Wie arbeiten Tourismusdirektorinnen und Destinationsmanager heute? Dieser Frage widmet sich das Buch «Tourismusdirektoren als Netzwerkerinnen – Alltag und Erfolgsgeheimnisse» von den Tourismusforschenden Hansruedi Müller, Monika Bandi Tanner und Jürg Stettler. Die Publikation porträtiert sechs Führungspersonen aus Schweizer Destinationen.

Im Zentrum stehen

  • Thomas Wüthrich, Zürich Tourismus
  • Letizia Elia, Basel Tourismus
  • Flurin Riedi, Gstaad Saanenland Tourismus
  • Urs Zurbriggen, My Leukerbad AG
  • Roland Schuler, Arosa Tourismus
  • Corinne Müller, Willisau Tourismus

Das Autorenteam beleuchtet ihre Arbeitsweisen, Herausforderungen und Führungsansätze.

Vom Gastgeber zum Netzwerker
Der erste Teil des Buches untersucht den Wandel des Berufsbildes im Destinationsmanagement. Laut den Autorinnen und Autoren reichen klassische Marketingaufgaben längst nicht mehr aus. Gefragt seien heute Persönlichkeiten, die Netzwerke aufbauen, Kooperationen fördern und Veränderungsprozesse begleiten. Auch Themen wie Resilienz, Nachhaltigkeit und Tourismusakzeptanz werden behandelt.

Monika Bandi Tanner betont: «Weil touristische Destinationen von den multiplen Krisenherden immer unmittelbar betroffen sind, tun touristische Akteure gut daran, ihre Resilienz zu stärken.»  Jürg Stettler hebt die Rolle gemeinsamer Perspektiven und koordinierter Change-Prozesse hervor: «Notwendig sind gemeinsam erarbeitete Perspektiven, der Wille zur Zusammenarbeit und gut orchestrierte Change-Prozesse.»

Über das Buch
«Tourismusdirektoren als Netzwerkerinnen – Alltag und Erfolgsgeheimnisse»
Das 252 Seiten umfassende Buch erschien im Weber Verlag und kostet 35 Franken.

Einblicke in den Arbeitsalltag
Im zweiten Teil werden die sechs Führungspersonen während eines Arbeitstages begleitet. «Allen ist bewusst, dass es Orte und Situationen gibt, an denen es zu Konflikten zwischen Einheimischen und Gästen sowie zwischen einzelnen Gästegruppen kommen kann, und setzen alles daran, sie zu vermeiden»,  sagt Hansruedi Müller. Thematisiert werden neben Overtourisme die Preisentwicklungen bei Grossveranstaltungen in Basel, die Nutzung von Leistungskennzahlen in Gstaad oder das Bärenland als touristische Attraktion in Arosa.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf aktuellen strukturelle Herausforderungen im Destinationsmanagement. Dazu zählen Digitalisierung, Stakeholdermanagement, Nachhaltigkeit und Strukturwandel. Das Buch zeigt beispielsweise, wie Zürich Tourismus mit dem Konzept der «Visitor Economy» die Akzeptanz des Tourismus in der Bevölkerung stärken will oder wie Willisau Tourismus seine Organisation zu einer Lebensraum-Management-Organisation weiterentwickelt. (mm)

Über die Autoren
Hansruedi Müller ist emeritierter Professor für Tourismusökonomie der Universität Bern. Bis 2012 leitete er das Forschungsinstitut für Freizeit und Tourismus. 2025 erhielt er den Internationalen Travel Book Award für das Buch «Unterwegs – Begegnungen und Reflexionen zum Tourismus», das er gemeinsam mit Schweiz Tourismus Direktor Martin Nydegger veröffentlicht hat.

Monika Bandi Tanner leitet seit 2012 die Forschungsstelle für Tourismus der Universität Bern. Ihre Schwerpunkte sind Tourismuspolitik, Kooperationen und nachhaltige Entwicklung.

Jürg Stettler ist Professor für Tourismus an der Hochschule Luzern. Bis 2026 leitete er das Institut für Tourismus und Mobilität (ITM). Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Destinationsmanagement, Nachhaltigkeit und Sportgrossanlässe.
 


[RELATED]