Raphaël Gaudart, welche Bedeutung hat die neue Prime-Video-Serie «Superior» für das Image der Hotelberufe?

Eine so hochwertige Plattform wie Prime Video bietet mit ihrer internationalen Strahlkraft die grosse Chance, die Hospitality weltweit in den Vordergrund zu rücken. Die Schweiz dient dabei als absolut glaubwürdige Kulisse, da unsere Hotelfachschulen weltweit ein enormes Ansehen für ihre Qualität und ihr Prestige geniessen. Besonders unser duales Bildungssystem wird international bewundert und oft als Vorbild kopiert. Eine solche Serie nutzt diesen Ruf, um die Branche als elitäre und anspruchsvolle Welt zu inszenieren.[RELATED]

Können solche Formate tatsächlich junge Menschen für eine Ausbildung begeistern?

Auch wenn eine direkte Korrelation zu den Einschreibezahlen schwer zu belegen ist, hilft die enorme Visibilität der Branche ungemein. Formate wie «Masterchef» oder «Winter Palace» wecken das Interesse junger Menschen an einem Hospitality-Beruf. Sie wecken Neugier und zeigen die Hotellerie als ein Feld, in dem man sich beweisen kann. 

Entertainment kann das Bild, wie Hotelfachschulen funktionieren, verzerren.

Das mag sein. Aber: Der Zuschauer ist heute erwachsen genug, um zwischen Unterhaltungswert und Realität zu unterscheiden. Entscheidend ist: Jede Serie enthält einen wahren Kern.

Wie meinen Sie das?

Trotz der filmischen Zuspitzung werden reale Themen wie Ehrgeiz, Teamarbeit, Verantwortung und der Umgang mit schwierigen Gästen beleuchtet. Die Serie zeigt, dass man in der Hospitality lösungsorientiert arbeiten muss, was absolut der Realität entspricht.

Welche Aufgabe haben die Hotelfachschulen, wenn eine solche Serie Erwartungen weckt?

Wenn junge Menschen danach beginnen, sich für Hospitality zu interessieren, haben wir als Schulen die Aufgabe, ihnen zu zeigen, wie spannend, vielseitig und zukunftsorientiert unsere Branche wirklich ist.