Nach einem guten Jahresstart sank in der zweiten Jahreshälfte die Nachfrage nach touristischen Angeboten in der Region Zürich. Besonders sinkende Gästezahlen aus Fernmärkten wie Indien, Südostasien und den Golfstaaten. Als Hauptgrund nennt Zürich Tourismus die geopolitischen Unsicherheiten und die eingeschränkten Flugverbindungen über den Nahen Osten. [RELATED]
Stabil blieb dagegen Nordamerika. Der wichtigste ausländische Herkunftsmarkt legte leicht zu und behauptete seine starke Position. Noch bedeutender wurde der Heimmarkt: Erstmals entfielen mehr als vier von zehn Logiernächten auf Gäste aus der Schweiz. Auch die europäischen Nahmärkte entwickelten sich insgesamt positiv.
Auswirkungen über die Hotellerie hinaus
Eine Befragung von 182 Mitgliedern und Partnerbetrieben der Tourismusorganisation zeigt, dass sich die rückläufige Nachfrage auf die gesamte Tourismuswirtschaft auswirkt. 44 Prozent der Betriebe meldeten in den Wochen vor der Umfrage eine tiefere Nachfrage als im Vorjahr. Gleichzeitig beobachten immer mehr Unternehmen ein zurückhaltenderes Ausgabenverhalten der Gäste und kurzfristigere Buchungen. Weniger Betriebe berichten hingegen von einer steigenden Zahl von Annullationen. Für die kommenden Monate rechnen die meisten mit einer stabilen Nachfrage.
Diversifizierung als Stärke
Für Direktor Thomas Wüthrich bestätigt die Entwicklung die Bedeutung einer breit abgestützten Marktstrategie. Zürich Tourismus habe seine Marketingaktivitäten früh auf die Schweiz und europäische Nahmärkte ausgerichtet, halte aber gleichzeitig an der langfristigen internationalen Marktbearbeitung fest.
Der hohe Anteil an Schweizer Gästen unterstreiche die Bedeutung eines ausgewogenen Gästemixes in geopolitisch unsicheren Zeiten. Mit Juli und August folgten nun die logiernächtestärksten Monate des Jahres. Sie seien entscheidend für die Tourismusbilanz. (mm)