Die Buchungen für Reisen in die Schweiz lagen per Ende Juni fünf Prozent über dem Vorjahr. Während das erste Quartal mit einem Plus von 11 Prozent deutlich zulegte, kühlte sich die Nachfrage zwischen April und Juni ab. Switzerland Travel Centre (STC) führt dies vor allem auf die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zurück, die Flugverbindungen und Reiseentscheide beeinflussen. [RELATED]

«Die Schweiz wird mit einem blauen Auge davonkommen», sagt STC-CEO Markus Kohli. Trotz der Unsicherheiten bleibe die Nachfrage nach Ferien in der Schweiz erfreulich hoch. Für das zweite Halbjahr sei die Entwicklung allerdings stark von kurzfristigen Buchungen abhängig. STC rechnet derzeit damit, dass das Vorjahresniveau erreicht werden kann. Je nach geopolitischer Entwicklung sei auch ein leichtes Plus möglich.

Nachfrage verschiebt sich

Besonders betroffen sind Fernmärkte in Asien und Ozeanien. Aus Australien, Taiwan oder Hongkong gingen die Buchungen zurück. Gründe sind höhere Flugpreise, eingeschränkte Kapazitäten und Unsicherheiten im internationalen Reiseverkehr. Gleichzeitig wächst die Nachfrage aus Brasilien, Mexiko, Kanada und insbesondere den USA und gleicht die Rückgänge weitgehend aus.

Diese Verschiebung der Quellmärkte zeigt sich derzeit im gesamten Schweizer Tourismus. Auch Christian Hürlimann, Direktor von Hotellerie Suisse, sprach in der SRF-Tagesschau von einer Verlagerung der Nachfrage weg von Asien hin zu Gästen aus Nordamerika. Gleichzeitig bezeichnete er den Schweizer Tourismus angesichts der geopolitischen Lage als bemerkenswert resilient.

In Europa präsentiert sich das Bild uneinheitlich: Grossbritannien entwickelt sich positiv, während Deutschland hinter dem Vorjahr zurückbleibt. Laut Kohli seien derzeit keine generellen Aussagen zur Entwicklung des europäischen Marktes möglich.

Panoramazüge bleiben Zugpferd

Ungebrochen ist dagegen die Nachfrage nach Bahnreisen. Besonders Panoramazüge wie Bernina Express, Glacier Express oder GoldenPass Express stossen weiterhin auf grosses Interesse. Auch der Swiss Travel Pass legte im ersten Halbjahr um fünf Prozent zu. Nach Einschätzung von STC ist das Potenzial des Schweizer Bahnangebots im internationalen Markt noch längst nicht ausgeschöpft. (mm)