Auf der Rigi herrscht reger Betrieb. Anders als in den Vorjahren sitzen jedoch mehr Reisende aus den USA im Bähnli. «Vor der Pandemie hatten wir nahezu keine amerikanischen Gäste, also der Boom ist da und das Schöne ist auch, dass sie sehr zahlungskräftig sind», sagt Frédéric Füssenich, Geschäftsführer der Rigi Bahnen, im Beitrag der SRF-Tagesschau zur aktuellen Buchungslage in der Schweiz. [RELATED]
Wie beliebt die Schweiz als Reiseziel für US-Bürger ist, bestätigt Brian McEwen, Tourist aus Montana: «Viele Amerikaner haben mir gesagt, ich müsse hierherkommen. Wir kommen alle hierher. Wir haben viel Geld und geben es hier aus.»
Fernmärkte entwickeln sich unterschiedlich
Anders sieht es bei Gästen aus dem asiatischen Raum aus. Teurere Flüge und längere Flugrouten aufgrund der Krisenlage im Nahen Osten führen dazu, dass seit März deutlich weniger Touristinnen und Touristen aus Asien die Schweiz besuchen.
Christian Hürlimann, Direktor von HotellerieSuisse, ordnet die Bedeutung für die hiesige Beherbergungsbranche ein: «Besonders betroffen sind Indien, China, Südkorea, Thailand sowie Australien und Neuseeland. Beim wichtigen Herkunftskontinent Asien wurde ein Rückgang von 15,8 Prozent verzeichnet. Gesamthaft hat sich die Nachfrage bei sämtlichen Fernmärkten um 7,2 Prozent reduziert.»
Andere Märkte können diese Rückgänge nur teilweise kompensieren, so Hürlimann weiter: «Die Nachfrage aus Europa entwickelt sich weiterhin positiv, insbesondere aus Deutschland. Zudem bleiben die USA der wichtigste Fernmarkt für den Schweizer Tourismus und sorgen weiterhin für eine stabile Nachfrage.»
Positive Aussichten trotz Unsicherheiten
Derzeit spreche alles dafür, dass es sich um einen situationsbedingten Rückgang handle. «Die aktuelle geopolitische Lage trifft den internationalen Flugverkehr genau in einer wichtigen Buchungsphase. Sofern sich die Lage beruhigt und der Flugverkehr wieder planbarer wird, besteht durchaus Potenzial für eine Erholung.»
Die Aussichten bleiben insgesamt positiv und Abschwächungen seien vor allem eine Folge der geopolitischen Unsicherheit – kein Hinweis auf ein strukturelles Problem des Schweizer Tourismus. Die Nachfrage aus Europa und der Schweiz bleibe stabil und stütze den Markt. Davon profitierten insbesondere nahe und gut erreichbare Reiseziele. Auch Ferien in der Schweiz und in den Bergregionen dürften weiterhin gefragt bleiben. Prognosen seien jedoch stets Momentaufnahmen.
Hotelbetriebe bleiben unter Druck
Dennoch bleibe die Situation für die Hotelbetriebe anspruchsvoll, sagt Christian Hürlimann: «Die Logiernächte entwickeln sich zwar auf einem hohen Niveau, gleichzeitig stehen viele Betriebe unter erheblichem Kosten- und Margendruck. Die Nachfrage reagiert heute sehr sensibel auf Preise, Wechselkurse, das Wetter und geopolitische Entwicklungen. Deshalb gilt es, die aktuelle Entwicklung trotz insgesamt solider Nachfrage mit einer gewissen Vorsicht zu beurteilen.»
