Jürg Schmid, welche Idee steht hinter dem Podcast «Destination Switzerland»?
Endlich einmal Klartext reden! Die geschliffenen, aber inhaltsleeren PR-Antworten habe ich satt – ich möchte Themen und Menschen auf den Grund gehen, meine Erfahrung einbringen und die Gäste aus der Reserve locken.

An wen richtet sich der Podcast konkret?
An das gesamte Tourismussystem: An alle, die im oder mit dem Tourismus arbeiten oder davon leben.

«Destination Switzerland»
Im htr-Podcast spricht Branchenkenner Jürg Schmid rund 30 Minuten mit klugen Köpfen über Trends, Chancen und Herausforderungen in der Tourismus-Branche.

zum Podcast

Sie sind selbst Host. Was bringt es dem Podcast, wenn die Stimme aus dem Innern der Branche kommt?
Das ist der entscheidende Unterschied: Ich stelle nicht nur Fragen, sondern kann auch kritisch hinterfragen und bringe meine eigene Perspektive aktiv ein.

Wie wählen Sie die Themen aus? Nach Aktualität, strategische Relevanz oder doch nach persönlicher Haltung?
Ich will aktuell sein und relevante Themen aufgreifen. Ich plaudere nicht, sondern vertiefe Themen, die unsere Branche prägen, wie in dieser Ausgabe zu den Olympischen Winterspielen 2038 oder zur schwierigen Rückkehr zur touristischen Normalität in Crans-Montana.

Der Podcast trägt den Titel «Destination Switzerland». Wie gelingt es, Vielfalt abzubilden, ohne beliebig zu werden?
Unser Tourismus ist so breit und vielfältig, da gibt’s zuhauf Themen. Beliebigkeit aber ist der Tod jeder Aufmerksamkeit. Sollte ich je in diese Richtung abgleiten, erwarte ich Widerspruch.

Wie hoch ist der Produktionsaufwand pro Folge?
Pro Folge sicher ein Tag, ein guter Podcast braucht Recherche und Vorbereitung.

Welche Rolle spielt Perfektion beim Podcasten und wo darf es bewusst roh bleiben?
Die Tonqualität muss top sein. Ich will keinen Schnitt. Alle Aufnahmen sind ungeschnitten. Es darf auch mal Versprecher geben, das macht’s echt und glaubwürdig.

Gab es eine Folge, die Sie besonders überrascht oder bestärkt hat?
Als Aymo Brunetti, Starökonom, meinte, der Franken könne eines Tages auf 50 Rappen pro Euro sinken, oder als Nationalrat David Roth forderte, die gesetzliche Beschränkung der Hotellerie in Luzern unter das heutige Niveau zu senken. Das waren Momente der Sprachlosigkeit.

Was kann ein Podcast leisten, was Texte, Videos oder Social Media so nicht können?
Podcasts lassen sich problemlos beim Autofahren oder im Fitnessstudio hören, als Info-to-go, das ist der grosse Vorteil dieses Mediums. Wissenserweiterung ohne Zeitverlust.

Welche einfachen Empfehlungen geben Sie Hotelbetrieben, die mit einem Podcast starten möchten, aber wenig Ressourcen haben?
Ohne gute Distributionskanäle lohnt sich der Aufwand nicht. Im Fall «Destination Switzerland»: Ohne die Reichweite der htr hotelrevue wäre der Podcast nie so erfolgreich.

10 Tipps, wie der Hotel-Podcast gelingt
1. Ziel definieren: Gäste informieren, binden oder inspirieren?

2. Zielgruppe kennen: Wer hört wann und warum zu?

3. Einfach starten: Kurzes Format, klare Struktur, regelmässiger Rhythmus

4. Authentisch bleiben: Kein Werbesprech – echte Geschichten und Einblicke

5. Persönlich erzählen: Nicht ablesen, sondern frei sprechen

6. Technik simpel halten: Gutes Mikrofon, ruhiger Raum, einfache Software

7. Verbreiten: Website, Buchungs-Mail, Newsletter

8. Gäste einbeziehen: Feedback abholen, Themenwünsche aufnehmen

9. Lokale Inhalte nutzen: Tipps, Erlebnisse, Menschen aus der Region

10. Dranbleiben: Erfahrungen sammeln, Format weiterentwickeln