Rund 15 Jahre war Oliver Hammel beruflich in Asien tätig, zuletzt in Shanghai und Bangkok. Die Rückkehr in die Schweiz bezeichnet er als bewussten Schritt. Die Jungfraubahnen seien ein international ausgerichtetes Unternehmen mit starker regionaler Verankerung. Gerade diese Verbindung aus globalem Markt und lokaler Verantwortung habe für ihn den Reiz der Aufgabe ausgemacht.

Weiterentwicklung statt Richtungswechsel
Ein Jahr nach seinem Amtsantritt verfolgt Hammel keinen radikalen Kurswechsel. Die Jungfraubahnen seien wirtschaftlich erfolgreich positioniert, stünden jedoch vor der Herausforderung, weiteres Wachstum gezielt zu steuern. Im Fokus stehen für ihn Effizienz, Angebotsentwicklung und eine bessere zeitliche und räumliche Verteilung der Nachfrage, um Belastungsspitzen zu reduzieren.

Destination Switzerland
Wir sind stolz, «Tourismuspapst» Jürg Schmid bei uns im Boot zu haben. Er spricht einmal im Monat mit spannenden Exponentinnen und Exponenten der Branche über Themen, die uns allen unter den Nägeln brennen.

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Die Firstbahn als Gradmesser für Akzeptanz
Die geplante Erneuerung der Firstbahn zeigt exemplarisch, wie komplex Investitionsentscheide in stark frequentierten Regionen sind. Unterschiedliche Interessen treffen aufeinander: betriebliche Notwendigkeiten, landschaftliche Sensibilität und gesellschaftliche Erwartungen. Hammel betont die Bedeutung von Transparenz und Dialog, um Projekte nachvollziehbar zu machen und Akzeptanz zu schaffen.

Winter und Wintersport bleiben zentral
Trotz der wachsenden Bedeutung des Sommertourismus bleibt der Winter für die Jungfraubahnen ein wichtiger Pfeiler. Wintersport spiele weiterhin eine zentrale Rolle, müsse jedoch kontinuierlich an veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden. Hammel spricht über die Bedeutung des Winters im Gesamtsystem und über die Notwendigkeit, Angebote langfristig tragfähig weiterzuentwickeln.

Gäste lenken statt Zahlen maximieren
Eine zentrale Frage betrifft die Grenze des Wachstums. Für Hammel steht nicht die absolute Zahl der Gäste im Vordergrund, sondern deren Lenkung. Instrumente zur Steuerung der Besucherströme, zur zeitlichen Entzerrung und zur differenzierten Angebotsgestaltung gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig sieht er in ausgewählten internationalen Märkten weiteres Potenzial, sofern Nachfrage, Infrastruktur und Akzeptanz in Einklang gebracht werden können.

In der aktuellen Folge spricht Oliver Hammel über strategische Zielkonflikte, wirtschaftliche Verantwortung und die Herausforderung, eine der bekanntesten Bergdestinationen der Schweiz weiterzuentwickeln.