Kunst in Hotels ist etabliert. Aber wie ungewöhnlich ist es, auf über 2100 Metern Höhe Kunst zu zeigen, und was hat Sie motiviert, mit Annabelle Schneider eine international anerkannte Schweizer Künstlerin ins Pilatus Kulm Hotel zu holen?
Kunst auf über 2100 Metern ist alles andere als selbstverständlich. Auf dem Pilatus dominiert normalerweise das Naturerlebnis. Gerade dieser Kontrast hat uns gereizt. Im Winter, wenn der Bewegungsradius draussen eingeschränkt ist, wollten wir dieses Erlebnis nach innen übersetzen und um eine künstlerische Dimension erweitern. Mit Breathe with Pilatus schafft Annabelle Schneider eine begehbare Wolke, die entschleunigt und eine Verbindung zwischen Mensch, Natur und Gegenwart herstellt. Die Installation ist bewusst für Pilatus Kulm konzipiert und nicht als einmaliger Anlass gedacht. Sie kehrt im nächsten Jahr nochmals zurück.
Sie verbinden die Kunstinstallation mit Achtsamkeitsworkshops von Orlando Tramonti. Was versprechen Sie sich davon?
Die Installation ist ein sinnliches Erlebnis, das Atem, Klang, Licht und Duft verbindet. Die Breathwork- und Achtsamkeitsformate vertiefen dieses Erleben. Unser Ziel ist ein ganzheitliches Angebot, das über den kulturellen Moment hinaus wirkt. Kunst öffnet den Raum, die Praxis schärft die Wahrnehmung und schafft in einer beschleunigten Zeit bewusste Momente der Regeneration.
Gab es intern Skepsis, Kunst auf über 2100 Metern zu zeigen?
Nein, im Gegenteil. Die Offenheit im Team ist sehr gross. Es gibt bei uns eine hohe Bereitschaft, neue Wege zu gehen und Dinge auszuprobieren, die das Gästeerlebnis weiterentwickeln. Diese Offenheit macht grosse Freude und ist eine wichtige Grundlage dafür, dass Projekte wie Breathe with Pilatus überhaupt entstehen können.
Es gibt bei uns eine hohe Bereitschaft, neue Wege zu gehen und Dinge auszuprobieren, die das Gästeerlebnis weiterentwickeln.
Welche Zielgruppen sprechen Sie an?
Einerseits Individualgäste aus der Schweiz und dem nahen Ausland, die bewusste Erlebnisse, Design und Kultur suchen. Dazu zählen Paare, Alleinreisende und Best Ager, aber auch eine jüngere, urban geprägte Zielgruppe. Andererseits internationale Gäste aus Europa, Nordamerika und Asien, für die der Pilatus als ikonischer Berg bereits eine hohe Anziehungskraft besitzt und die durch das Kunst- und Achtsamkeitsangebot einen zusätzlichen Reiseanlass erhalten.
Sie erhoffen sich eine stabilere Auslastung zwischen Januar und April. Im Hotel oder bei der Bahn?
Beides. Die Installation wirkt entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Sie schafft einen zusätzlichen Grund, den Pilatus auch in den Wintermonaten zu besuchen, was sich positiv auf die Frequenz der Bahn auswirkt. Gleichzeitig erhöht sie die Attraktivität des Hotel Pilatus Kulm, insbesondere für Individualgäste, Gruppen und Seminare. Unser Ziel ist es, den Winter stärker als eigenständige Erlebniszeit zu positionieren und weniger wetterabhängig zu sein. Die Installation ist für alle Gäste mit gültigem Bahnticket kostenlos zugänglich. Kostenpflichtig sind nur die speziellen Eventformate.
Wie hoch ist das Budget für das Gesamtpaket Kunst und Achtsamkeit?
Zu konkreten Zahlen äussern wir uns nicht. Wichtig ist uns jedoch die Einordnung. Wir verstehen das Projekt nicht als kurzfristige Marketingmassnahme, sondern als strategische Investition in Markenprofil, Qualität und Differenzierung. Die Zusammenarbeit bewegt sich auf internationalem Produktionsniveau und ist entsprechend sorgfältig konzipiert.
Bitte geben Sie uns einen Anhaltspunkt.
Einen konkreteren Anhaltspunkt geben wir bewusst nicht.
Wir messen den Erfolg nicht ausschliesslich am direkten Umsatz.
Welche Revenue erwarten Sie?
Wir messen den Erfolg nicht ausschliesslich am direkten Umsatz. Natürlich erwarten wir positive Effekte bei Ticketverkäufen, Hotelübernachtungen, Events und Zusatzangeboten. Gleichzeitig geht es um langfristige Wirkung. Markenstärkung, mediale Sichtbarkeit, internationale Positionierung und Wiederbesuchsabsicht. Daraus entsteht nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg.
Woran machen Sie in einem Jahr fest, ob das Projekt erfolgreich war?
Entscheidend ist für uns, wie unsere Gäste Breathe with Pilatus wahrnehmen: Was sagen sie, wie lange bleiben sie, und wird die Installation als echter Mehrwert erlebt? Diese Rückmeldungen werten wir gezielt aus – die Resonanz nach dem ersten Wochenende war bereits sehr erfreulich.
Wer folgt auf Annabelle Schneider?
Breathe with Pilatus ist als temporäre Installation konzipiert, kehrt im nächsten Jahr jedoch mit neuen Inhalten zurück. Das ist ein klares Bekenntnis zur langfristigen Wirkung des Projekts. Weitere Formate sind derzeit offen. Grundsätzlich verstehen wir Pilatus Kulm als Plattform für hochwertige Kunst-, Design- und Erlebnisformate, immer im Dialog mit dem Berg, der Natur und jenseits klassischer Tourismusangebote.
