Eine attraktive Tourismusdestination ist immer auch Lebensraum. Der Tourismus bringt Verdienst und ein grosses Angebot in die Region, die es sonst schlicht nicht gäbe. Er kann aber auch negative Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt haben, etwa wenn die Verkehrsinfrastrukturen zu Spitzenzeiten überlastet oder die Preise für Wohnraum für Normalverdienende nicht mehr erschwinglich sind. [RELATED]

Ein zukunftsfähiger Tourismus muss umsichtig zwischen diesen beiden Polen agieren. Der wirtschaftliche Erfolg ist das eine, die Bedürfnisse der Bevölkerung und die Rücksichtnahme auf Natur und Umwelt sind das andere.

Eine attraktive Tourismusdestination ist Lebensraum.

Nadja Christoffel, Leiterin Regionalentwicklung in der Region Prättigau/Davos

Die neue ITF-Studie der Fachhochschule Graubünden propagiert eine nachhaltige Regionalentwicklung. Diese liegt primär in der Verantwortung von Gemeinden und Kanton – nicht der Tourismusdestination. Die Regionalentwicklung Prättigau/Davos nennt in ihrer Standortentwicklungsstrategie den Tourismus aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung und der Chancen als wichtigstes Handlungsfeld.

Wohnraum- und Mobilitätsfragen, Massnahmen für Gewerbe, Bildung und Forschung sind ebenso wichtig. Die Tourismusdestination kümmert sich um Gäste, Marketing und Angebot – als Teil der Gemeinden, die eine übergeordnete Perspektive haben müssen. Deshalb entwickelt die Region Prättigau/Davos ein Tourismusleitbild: als Richtschnur für die Gemeinden, aber auch als Orientierungsrahmen für den Tourismus.

Nadja Christoffel