Fabian Zbinden, viele junge Menschen begeistern sich für Food, Kochen und Kulinarik. Gleichzeitig kämpfen Gastronomie und Hotellerie mit Nachwuchsproblemen. Wo geht die Begeisterung verloren?
Ich glaube nicht, dass die Begeisterung für Food oder Kochen das Problem ist. Junge Leute interessieren sich für Genuss, gute Erlebnisse und Kulinarik. Aber wenn man nur das Bild von Stress, tiefen Löhnen und harten Arbeitszeiten zeigt, entsteht irgendwann ein Bruch. Dabei ist diese Branche viel mehr. Gastronomie und Hotellerie sind ein grosses Spielfeld für Kreativität, Unternehmertum und persönliche Entwicklung. Genau dieses grosse Bild müsste man wieder stärker zeigen.
Hat die Branche heute eher ein Nachwuchsproblem oder ein Imageproblem?
Ich glaube, es ist beides. Natürlich hat die Branche echte Herausforderungen, das muss man nicht schönreden. Aber oft wird nur über die negativen Seiten gesprochen. Man vergisst, wie viel man fürs Leben mitnehmen kann: Disziplin, Teamarbeit, Umgang mit Druck, Kommunikation mit Menschen. Man muss die Narrative wieder etwas neu sortieren und zeigen, dass eine Karriere in der Hospitality nicht einfach gradlinig verläuft. Heute gibt es unglaublich viele Möglichkeiten.
Die Branche ist sehr ehrlich und direkt. Man merkt sofort, ob etwas funktioniert.
Warum braucht es gerade jetzt Anlässe wie den Career Day am Hospitality Summit 2026?
Weil junge Leute erleben und spüren wollen, was möglich ist. Ein Stelleninserat allein reicht heute nicht mehr. Der Career Day schafft eine Brücke zwischen jungen Menschen und der Branche. Man kann Fragen stellen, Gespräche führen und direkt erleben, wie vielfältig Hospitality eigentlich ist.
Sie haben in ganz unterschiedlichen Welten gearbeitet, von der Spitzengastronomie bis zum Foodtruck. Was fasziniert Sie an dieser Branche bis heute?
Die Branche ist sehr ehrlich und direkt. Man merkt sofort, ob etwas funktioniert. Ob ein Gericht ankommt. Ob Menschen Freude haben. Dieses direkte Feedback finde ich unglaublich wertvoll. Gleichzeitig lernt man, offen zu kommunizieren und mit unterschiedlichsten Menschen zusammenzuarbeiten. Das hilft einem weit über die Gastronomie hinaus. Und man merkt: Du kannst in der Küche starten und später Unternehmer werden oder völlig neue Wege einschlagen. Heute ist fast alles möglich.
Was würden Sie jungen Menschen raten, die überlegen, eine Lehre in der Gastronomie zu machen?
Neugierig bleiben und mutig sein. Man sollte verschiedene Betriebe anschauen, Fragen stellen, schnuppern und auf das eigene Gefühl hören. Die Betriebskultur ist enorm wichtig. Und man sollte nicht zu klein denken. Eine Lehre in der Gastronomie kann eine extrem starke Basis sein. Wenn man offen bleibt und bereit ist, zu lernen, entstehen oft Möglichkeiten, mit denen man am Anfang gar nicht gerechnet hätte.
Career Day am Hospitality Summit
Der Career Day 2026 bringt anlässlich des Hospitality Summit am 4. Juni in der Festhalle Bern und in Zusammenarbeit mit GastroSuisse Studierende, Young Professionals und Nachwuchskräfte mit Branchenprofis, Unternehmen und Schulen zusammen. Der Anlass bietet Inspiration, Networking und exklusive Einblicke in den Hospitality Summit. Der Anlass ist kostenlos für junge Nachwuchskräfte.
Weitere Infos und Anmeldung:
www.hospitality-summit.ch/career-day
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