Die Zahl der touristischen Übernachtungen in Europa soll zwischen 2026 und 2036 um 32 Prozent steigen. Bei internationalen Übernachtungen rechnet die Studie mit einem Plus von 42 Prozent, während die Nachfrage aus dem Inland um 24 Prozent zunehmen dürfte. Das entspricht europaweit rund einer Milliarde zusätzlicher internationaler Übernachtungen pro Jahr.

Die Prognose basiert auf einer von der Hotelgruppe Accor beauftragten Analyse von Tourism Economics. Sie untersucht die touristische Entwicklung in 47 europäischen Ländern. Separate Prognosezahlen für die Schweiz werden in der Medienmitteilung nicht ausgewiesen.

China und der Nahe Osten legen besonders stark zu

Für die Schweizer Hotellerie mit Blick auf internationale Herkunftsmärkte relevant sind insbesondere die prognostizierten Verschiebungen bei der Nachfrage. Europa bleibt laut Studie der wichtigste Herkunftsmarkt: Auch 2036 dürften 77 Prozent der internationalen Ankünfte aus europäischen Ländern stammen. Gleichzeitig gewinnen Fernmärkte an Bedeutung.

Für Gästeankünfte aus dem Nahen Osten prognostiziert die Studie europaweit ein Wachstum von 93 Prozent, aus dem asiatisch-pazifischen Raum von 88 Prozent. Besonders stark sollen die Ankünfte aus China (+138 Prozent) und Südkorea (+121 Prozent) steigen. Auch die Nachfrage aus aufstrebenden europäischen Herkunftsmärkten dürfte mit einem Plus von 52 Prozent überdurchschnittlich wachsen. Wie stark die Schweiz von diesen Entwicklungen profitieren könnte, lässt sich aus den veröffentlichten Zahlen nicht ableiten.

Economy-Hotellerie und Geschäftsreisen im Fokus

Die Studie sieht insbesondere für die Economy-Hotellerie Wachstumsmöglichkeiten. Mit steigenden Einkommen und besseren internationalen Verbindungen werden Reisen für zusätzliche Gästegruppen zugänglich. Laut Accor könnten etablierte Economy-Marken davon profitieren, weil sie Reisenden in unbekannten Destinationen Orientierung bieten.

Auch der Geschäftsreisetourismus dürfte an Bedeutung gewinnen. Für Europa wird bis 2036 ein Wachstum der Geschäftsreisen von 50 Prozent prognostiziert, gegenüber 39 Prozent bei Ferienreisen.

Parallel dazu sollen die Ausgaben internationaler Gäste in Europa von 825 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf mehr als 1,3 Billionen Euro im Jahr 2036 steigen. Das entspricht einem Zuwachs von 64 Prozent. Für die Schweizer Hotellerie liefern die Prognosen damit Hinweise auf mögliche Veränderungen der internationalen Nachfrage. Konkrete Aussagen zu Übernachtungszahlen, Gästeausgaben oder Wachstumsperspektiven in der Schweiz enthält die Mitteilung allerdings nicht. (mm)


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