Der europäische Online-Hotelvertrieb konzentriert sich zunehmend auf wenige Anbieter. Allein Booking Holdings erreicht einen Anteil von 68,8 Prozent am OTA-Markt, davon entfallen 66,1 Prozent auf Booking.com. 2013 lag der Anteil von Booking Holdings noch bei 60 Prozent. [RELATED]
Gleichzeitig haben Online-Reisebüros (OTA) im gesamten Hotelvertrieb an Bedeutung gewonnen. 2025 liefen 29,9 Prozent aller Hotelzimmerbuchungen über diese Plattformen. 2013 waren es 19,7 Prozent. Der Anteil der Direktbuchungen sank im gleichen Zeitraum um sechs Prozentpunkte. Mit 51,3 Prozent erfolgt aber weiterhin gut jede zweite Buchung direkt beim Hotel.
Mehr Hotels berichten von Preisunterbietungen
Die Befragung zeigt auch Konflikte zwischen Hotels und Plattformen. 51 Prozent der Häuser geben an, dass OTAs ihre Preise häufig oder gelegentlich unterbieten. 2023 waren es 43 Prozent. Von den betroffenen Hotels, die die entsprechende Folgefrage beantworteten, erklären 80 Prozent, dass sie dem tieferen Preis nicht zugestimmt hätten.
44 Prozent der Hotels berichten zudem von sogenanntem «Multi-Sourcing». Dabei werden Preise oder Verfügbarkeiten über andere Plattformen oder Vermittler weitergegeben. Die Hotels bringen diese Praxis unter anderem mit Preisinkonsistenzen, Abrechnungsproblemen und falschen Informationen in Verbindung.
KI erst bei jedem vierten Hotel im Einsatz
Auch den Stand der Digitalisierung hat die Untersuchung erfasst. 66 Prozent der befragten Hotels nutzen einen Channel-Manager, 58 Prozent sind an Metasuchmaschinen angebunden. Künstliche Intelligenz setzen bislang 26 Prozent der Betriebe ein.
Hotrec sieht angesichts der hohen Marktkonzentration Handlungsbedarf. Der europäische Hotel- und Gaststättenverband fordert eine wirksame Umsetzung und Durchsetzung des Digital Markets Act sowie den Erhalt zentraler Transparenz- und Fairnessregeln der Platform-to-Business-Verordnung.
Für die «European Hotel Distribution Study 2026» wurden Daten von 2713 Hotels berücksichtigt: 1882 Einzelantworten aus 28 Ländern sowie aggregierte Daten von 831 Häusern von Hotelketten. Die Untersuchung wurde zwischen Februar und Mai 2026 von Professor Roland Schegg von der HES-SO Valais-Wallis gemeinsam mit Hotrec und nationalen Hotelverbänden durchgeführt. Die Angaben beziehen sich auf das Jahr 2025. (mm)