Die Beherbergungsbetriebe im oberen Toggenburg formieren sich neu. Sie schaffen mit dem «Hotelimpuls WH ASJ» und dem «Gruppenhausimpuls WH ASJ» neue Austauschformate. «Die Beherbergung steht vor grossen Herausforderungen, deshalb wollten wir diesem Feld gezielt mehr Aufmerksamkeit schenken», sagt Roland Stump, Vertreter der Beherbergung im Vorstand von Toggenburg Tourismus.[RELATED]
«Allein in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann verzeichnet die Hotellerie rund 100’000 Logiernächte pro Jahr», so Christian Gressbach, Geschäftsführer von Toggenburg Tourismus – und unterstreicht damit die Bedeutung der Beherbergung. Übergeordnetes gemeinsames Ziel sei es, die Aufenthaltsdauer der Gäste zu verlängern und damit die Wertschöpfung nachhaltig für die ganze Region zu erhöhen.
Wenn wir gemeinsam auftreten, schaffen wir mehr Gewicht und kommen schneller zu Lösungen.
Roland Stump, Vertreter der Beherbergung im Vorstand von Toggenburg Tourismus
«Wenn wir gemeinsam auftreten, schaffen wir mehr Gewicht und kommen schneller zu Lösungen», so Stump. Einzelbetriebe würden rasch überhört.
Zehn Hotels und neun Gruppenhäuser
Beteiligt sind aktuell zehn Hotels und neun Gruppenhäuser aus dem oberen Toggenburg, darunter das Hotel Hirschen, das Hotel Sternen, das Hotel Stumps Alpenrose, dessen Inhaber Roland Stump ist, sowie mehrere Gruppenunterkünfte. Die Plattformen stehen weiteren Betrieben im Toggenburg offen.
Inhaltlich drehen sich die Treffen um Themen wie Angebotskoordination, Mobilität der Gäste und Arbeitgeberattraktivität. Konkret geht es um eine bessere Abstimmung bestehender und künftiger Angebote, etwa bei Zielgruppen, Saisonzeiten oder den Öffnungszeiten von Restaurants und Hotels.
Pauschalangebote mit Bergbahnleistungen
Gerade im Winter spürten die Hotels die Folgen eines fragmentierten Angebots, was sich in immer kürzeren Aufenthalten niederschlage. Dem wollen die Gastgeber mit inkludierten Bergbahn-Leistungen aber auch mit neuen Angeboten entgegentreten. Übernachtungsgäste sollen einfacher von vergünstigten Angeboten profitieren können.
Mit der Bergbahn Wildhaus existiert ein entsprechendes Modell bereits, in Unterwasser laufen Gespräche und ein erster Pilotversuch mit vier Hotels.
Einkaufsgemeinschaft für tiefere Kosten
Zunehmend rückt auch die Wirtschaftlichkeit in den Fokus. Steigende Kosten bei Energie, Lebensmitteln und Dienstleistungen setzen viele Hotels unter Druck. Eine Einkaufsgemeinschaft wird deshalb offen diskutiert und geprüft.
Damals fehlte die Offenheit, Zahlen miteinander zu vergleichen.
Roland Stump, Vertreter der Beherbergung im Vorstand von Toggenburg Tourismus
Lernen aus früheren Kooperationen
Der neue Anlauf kommt nicht aus dem luftleeren Raum. Bereits früher gab es im oberen Toggenburg eine Hotelkooperation mit ambitionierten Zielen. Sie blieb jedoch stecken, als es um Transparenz ging. «Damals fehlte die Offenheit, Zahlen miteinander zu vergleichen, weil man sich noch stärker als Konkurrenten sah», sagt Stump. Das habe sich geändert.
Berner Oberländer und Walliser als Vorbilder
Orientiert haben sich die Initianten unter anderem an Hotelkooperationen im Wallis und im Berner Oberland. Dort bündeln Betriebe Aufgaben wie Einkauf, Marketing oder Prozessoptimierung systematisch. Beispiele sind Zusammenschlüsse wie die «Matterhorn Valley Hotels» oder die «Swiss Alpine Hotels», die im Rahmen eines von HotellerieSuisse begleiteten und vom Bund unterstützten Projekts entstanden sind.
