Ich erlebe die Digitalisierung in der Hotellerie als weit fortgeschritten, aber noch nicht konsequent genutzt. In meinen bisherigen Stationen habe ich gesehen, wie Cloud-Systeme und mobile Anwendungen den Alltag deutlich erleichtern. Kommunikation wird schneller und die Informationen sind jederzeit verfügbar. Besonders überzeugt hat mich ein Betrieb, der alle Informationen zu den Gästen in einer App bündelte: Von der Kissenwahl bis zur Restaurantreservation war alles zentral abrufbar. Das war effizient, nachhaltig und zugleich sehr gästeorientiert. [RELATED]

Gleichzeitig sehe ich grosses ungenutztes Potenzial bei künstlicher Intelligenz. Viele sprechen darüber, doch im operativen Alltag wird sie oft nur oberflächlich eingesetzt. Gerade im Front-Office könnten KI-gestützte Systeme Reportings, Datenanalysen oder das Informationsmanagement übernehmen. Das würde Mitarbeitende entlasten und Raum für das schaffen, was die Hotellerie für mich ausmacht: den persönlichen Kontakt.

Es braucht eine klare Strategie
Entscheidend ist für mich die bewusste Auswahl der Technologien. In Luxushotels bleibt echte Nähe zum Gast zentral. In Businesshotels hingegen können Self-Check-in Systeme oder digitale Gästemappen Abläufe sinnvoll beschleunigen. Technologie soll unterstützen, nicht ersetzen. Wenn Automatisierung im Hintergrund funktioniert, gewinnt der Mensch im Vordergrund.

Hürden sehe ich vor allem bei den hohen Investitionskosten, der Komplexität der Entwicklung von massgeschneiderten KI-Tools und der Akzeptanz der Nutzer. Deshalb braucht es eine klare Strategie, eine gestaffelte Einführung und Schulung. Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug für bessere Qualität. Meine Motivation für die Branche kommt aus dem Reisen.