Modifikationen im Richtplan sind zu Siedlung, Landschaft, Verkehr sowie Energie vorgesehen. Bei den meisten Änderungen handle es sich um Anpassungen an neue Entwicklungen, sagte Baudirektor Heinz Tännler (SVP) am Mittwoch vor den Medien.

Neu aufgenommen werden soll ein Kapitel zur Sicherung der Skiabfahrten im Kanton Zug. Angeregt hatte dies der SAC Rossberg, wie Kantonsplaner René Hutter ausführte. Er sei gespannt auf die Reaktionen in der öffentlichen Mitwirkung, die am kommenden Samstag beginnt.

Der Zugerberg habe zwar als Folge der wachsenden Mobilität und der Entwicklung der umliegenden Skigebiete an Bedeutung verloren, sagte Hutter. In den vergangenen Jahren hätten aber viele den Zuger Hausberg mit der Tschuopis- und Steren-Abfahrt wieder entdeckt, wenn es denn Schnee hatte.

Mit dem Richtplaneintrag sollen die Gemeinden die entsprechenden Abfahrten in ihren kommunalen Planungen berücksichtigen und dafür sorgen, dass diese Abfahrten bei genügend Schnee befahrbar bleiben.

Zug wird kein Windkanton
Mit Blick auf die Energiestrategie 2050 des Bundesrates wird das Kapitel Energie neu gefasst. Formuliert sind Planungsgrundsätze, die laut Hutter die Verwendung von erneuerbaren Energien stärken sollen.

So unterstützt der Kanton etwa die Sonnenenergie. Solaranlagen sollen grundsätzlich in bestehenden Bauten integriert werden. Freistehende Anlagen ausserhalb der Bauzonen seien unerwünscht, betonte der Kantonsplaner. Eine untergeordnete Rolle spielt die Windenergie. Studien hätten gezeigt, dass Zug wegen der ungünstigen Windverhältnisse kein Potenzial als «Windkanton» habe.

Noch offen ist das Potenzial der Geothermie im Kanton Zug. Abklärungen zu Chancen und Risiken der Stromgewinnung aus Tiefengeothermie sind im Gange. Zudem wird ein Gesetz zur Nutzung des Untergrundes vorbereitet.

Programm für Renaturierungen
Das aktualisierte Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer verlangt von den Kantonen bis 2018 ein Programm zur Renaturierung der Fliessgewässer. Acht Bäche werden neu in den kantonalen Richtplan aufgenommen, neun Bäche aus dem Richtplan gestrichen, da diese bereits renaturiert sind oder Baukredite dafür gesprochen sind.

Aktualisiert wird mit der Richtplanänderung die Karte der archäologischen Fundstätten. Aufgrund neuer Erkenntnisse sollen verschiedene Gebiete ergänzt und verstreute Gebiete entlang des Zugersees zu einem einzigen Gebiet zusammengefasst werden.

Zwei Autobahn-Halbanschlüsse streichen
Streichen will der Kanton die beiden Autobahn-Halbanschlüsse Bibersee und Steinhausen-Süd. Aufgrund der geografischen Nähe zu den nächsten Autobahnanschlüssen Zug und Affoltern am Albis (ZH) komme dem Halbanschluss Bibersee nur eine untergeordnete verkehrliche Bedeutung zu, sagte Heinz Tännler. Die hohen Kosten stünden zudem im Widerspruch zu den relativ geringen Vorteilen.

Einen Autobahn-Halbanschluss Steinhausen Süd hat das Bundesamt für Strassen(Astra) wegen der Nähe zu den Autobahnanschlüssen Zug und Baar abgelehnt. Die Freihaltung der Lorzenebene als grüne Lunge der Agglomeration Zug wäre nur mit einer unterirdischen Führung der General-Guisan-Strasse möglich. Dies wäre laut Tännler jedoch mit sehr hohen Kosten und riesigen technischen Bauwerken verbunden.

Neue Strassen in Rotkreuz
Ebenfalls aus dem Richtplan gestrichen wird die SBB-Haltestelle Rotkreuz Ost. Abklärungen mit den SBB im Rahmen des Doppelspurausbaus Freudenberg-Rotkreuz ergaben, dass eine neue Haltestelle im östlichen Weichenkopf des Bahnhofs Rotkreuz ungünstig liegen würde und mit hohen Kosten verbunden wäre.

Die Anpassungen des kantonalen Richtplans werden bis zum 18. März beim kantonalen Amt für Raumplanung sowie in sämtlichen Gemeinden öffentlich aufgelegt. Nach der Auswertung der Mitwirkung soll der Richtplan im Juni der Raumplanungskommission des Kantonsrates vorgelegt werden. Die Debatte im Kantonsrat ist im August vorgesehen. (av/sda)