Der Wechsel zum Magic Pass hat sich für die Bergbahnen Destination Gstaad AG laut CEO Matthias In-Albon klar ausbezahlt. Am ersten Anlass der Reihe «Berner Oberland.dialog», organisiert von der Volkswirtschaft Berner Oberland, präsentierte er aktuelle Zahlen zur Wintersaison 2025/26. [RELATED]
«Für uns war es ein Modellwechsel», sagte In-Albon. Statt auf Tageskarten setzt das Unternehmen auf ein Abo-System mit Vorverkauf und stärkerer Kundenbindung. Ziel war eine gleichmässigere Auslastung über die Saison hinweg.
Breitere Nachfrage über die Saison
Die Strategie zeigt Wirkung: Der Median der täglichen Ersteintritte stieg von 3600 auf 4900, ein Plus von rund 35 Prozent. Gleichzeitig nahm die Bedeutung einzelner Spitzentage ab. Ihr Anteil am Gesamtvolumen sank von 25 auf 20 Prozent.
Besonders deutlich wird die Entwicklung im Januar 2026. Unter der Woche wurden deutlich mehr Gäste gezählt als im Vorjahr. Zwischen dem 6. und 31. Januar lagen die Werte bei rund 4700 Eintritten pro Tag, rund 45 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. «Genau darin sehen wir den eigentlichen Hebel des Magic Pass: mehr Grundauslastung an bisher schwächeren Tagen und dadurch eine deutlich besser planbare Saison», sagt In-Albon.
Mehr Ertrag trotz gleichbleibender Kosten
Auch finanziell zieht die Nachfrage an. Der Verkehrsertrag von November bis März dürfte rund 25 Millionen Franken erreichen, etwa fünf Millionen mehr als im Vorjahr. Ohne Magic Pass hätte dieser laut In-Albon bei 17 bis 18 Millionen Franken gelegen.
Da die Betriebskosten weitgehend konstant bleiben, wirkt sich zusätzliche Nachfrage direkt auf den Deckungsbeitrag aus. Diese Mittel sind für geplante Investitionen zentral, etwa beim Einstiegsportal Schönried oder im Gebiet Hornberg-Horneggli.
Diskussion um Wirkung und Belastung
Im Austausch mit dem Publikum stand die Funktionsweise des Magic Pass im Fokus. Entscheidend sei die breite Nutzerbasis aus verschiedenen Einzugsgebieten. Zudem handle es sich nicht um einen klassischen Vielfahrerpass.
Auch mögliche Überlastungen wurden thematisiert. Laut lokalen Vertretern sind Verkehrsspitzen eher auf Hotel- und Gastronomiegäste zurückzuführen als auf das Mehraufkommen durch den Magic Pass. Auf den Pisten selbst werde die höhere Frequenz mehrheitlich positiv bewertet.
Mit dem Strategiewechsel zeichnet sich in Gstaad eine Trendwende ab. Die Nachfrage verteilt sich gleichmässiger, die Erträge steigen und die Planbarkeit verbessert sich. (mm)