An ihrer Generalversammlung und Fachtagung vom 20. und 21. August in Scuol stellte die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) die Verkehrserschliessung ins Zentrum. Projekte wie der Vereinatunnel sowie der Gotthard- und Lötschbergbasistunnel zeigen laut SAB, wie bessere Verbindungen die regionale Wirtschaft stärken können.
Gleichzeitig brauche es gute Verbindungen innerhalb der Regionen. Für den Tourismus sei eine durchgängige Mobilität von der Anreise bis zur Fortbewegung vor Ort wichtig. Als Beispiel für die letzte Meile nennt die SAB den Bus alpin.
SAB kritisiert «Verkehr ’45»
Die SAB fordert, Verkehrs- und Raumentwicklung stärker aufeinander abzustimmen und Schiene und Strasse gemeinsam zu betrachten. Die Projekte von «Verkehr ’45» müssten auch zur Entwicklung der Regionen beitragen.
Kritisch sieht die SAB, dass Strassenprojekte wie die Engpassbeseitigung auf der A13 beim Isla-Bella-Tunnel und in der Magadino-Ebene teilweise auf unbestimmte Zeit verschoben werden sollen. Die aktuelle Planung berücksichtige die Bedürfnisse der Berggebiete und ländlichen Räume zu wenig. Eine definitive Stellungnahme will die SAB in den kommenden Wochen veröffentlichen.
SAB fordert stärkere Regionalpolitik
Auch die Regionalpolitik war Thema. SAB-Präsident und Nationalrat Pius Kaufmann kritisierte geplante Einsparungen, die Berggebiete und ländliche Räume betreffen. Die SAB lehnt einen Rückzug des Bundes aus der Regionalpolitik ab und fordert stattdessen deren Stärkung.
Zudem wurde der Bündner Regierungsrat Jon Domenic Parolini nach zehn Jahren aus dem SAB-Vorstand verabschiedet. (mm)
Was ist «Verkehr 45»?
Mit «Verkehr 45» will der Bundesrat die Verkehrsinfrastruktur bis 2045 koordiniert weiterentwickeln. Die Vorlage priorisiert Projekte bei Bahn und Nationalstrassen und regelt auch Bundesbeiträge an den Agglomerationsverkehr. Grundlage sind ein Gutachten der ETH Zürich sowie Analysen der zuständigen Bundesämter. Die Vernehmlassung läuft seit dem 19. Juni und dauert bis zum 9. Oktober 2026.
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