Die Zukunft des Tourismus in Graubünden entscheidet sich nicht allein in Hotels, Bergbahnen oder Destinationen. Eine Grundlagenstudie der Fachhochschule Graubünden kommt zum Schluss, dass die Branche stärker mit Fragen der Regionalentwicklung verknüpft werden muss.
Im Fokus stehen dabei Wohnraum, Arbeitsmarkt, Infrastruktur, Umwelt und die Lebensqualität der Bevölkerung. Co-Projektleiterin Bianca Schenk sagt: «Tourismus betrifft weit mehr als Gäste und Betriebe.»
«360°-Tourismus»
Im Zentrum steht der Ansatz des «360°-Tourismus». Gemeint ist ein ganzheitliches Verständnis, das wirtschaftliche Wertschöpfung, Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung zusammen denkt. Dafür wurden fünf Handlungsfelder definiert: Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeit, Raum und Infrastruktur, Umwelt und Erlebnisraum sowie Governance.
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Teil des Lebensraumsystems
Die Studie argumentiert damit gegen eine rein sektorale Sicht. Stattdessen soll Tourismus als Teil eines Lebensraumsystems gesteuert werden. Gerade in Graubünden ist das relevant, weil sich Herausforderungen wie Fachkräftemangel, knapper Wohnraum und Belastungen der Infrastruktur nicht isoliert lösen lassen.
Für den Kanton liefert die Untersuchung eine Grundlage für die Weiterentwicklung der Tourismusstrategie. Diese soll wirtschaftliche Entwicklung, Lebensqualität und den Schutz von Natur- und Lebensräumen stärker miteinander verbinden. (mm)
Zur Studie
Die Untersuchung wurde Bianca Schenk und Dominik Knaus vom Institut für Tourismus und Freizeit der FH Graubünden im Auftrag des Amts für Wirtschaft und Tourismus Graubünden erarbeitet.
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