Der internationale Tourismus hat sich im ersten Halbjahr 2026 nur leicht entwickelt. Weltweit wurden nach Schätzungen von UN Tourism zwischen Januar und Juni rund 690 Millionen internationale Touristenankünfte registriert. Das waren etwa 3 Millionen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und entspricht einem Plus von 0,4 Prozent. [RELATED]

Dabei schwächte sich die Entwicklung im Verlauf des Halbjahres ab. Im ersten Quartal nahmen die weltweiten Ankünfte noch um 2 Prozent zu. Im zweiten Quartal gingen sie dagegen um 1 Prozent zurück. Allein im April betrug das Minus 3 Prozent.

UN Tourism führt den Rückgang im April grösstenteils auf einen Kalendereffekt zurück, da die Osterferien 2026 bereits im März begannen. Hinzu kamen die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten.

Westeuropa verliert im Juni 6 Prozent

Im Juni lagen die weltweiten internationalen Ankünfte 3 Prozent unter dem Vorjahreswert. In Westeuropa betrug der Rückgang 6 Prozent. UN Tourism führt dies teilweise auf eine Hitzewelle in einigen Destinationen zurück.

Auch Südostasien verzeichnete im Juni ein Minus von 5 Prozent. Als Gründe nennt die UN-Organisation eine schwächere Nachfrage aus asiatischen Quellmärkten, geopolitische Spannungen, Beeinträchtigungen des Flugverkehrs über den Nahen Osten sowie höhere Reisekosten.

Einige Destinationen in Ozeanien verzeichneten im Juni ebenfalls einen Rückgang von 6 Prozent. Im zweiten Quartal war die Region zudem vom Taifun Sinlaku betroffen.

«Das Wachstum ist fragil»

UN-Tourism-Generalsekretärin Shaikha Al Nowais sieht die Branche unter Druck: «Die jüngsten Daten zeigen uns einen Sektor, der wirklich unter Druck steht und sich dennoch behaupten kann. Der Tourismus wächst weiter, doch dieses Wachstum ist fragil.»

Die Auswirkungen der Situation im Nahen Osten reichten weit über die Region hinaus, so Al Nowais. In einer stark vernetzten Welt müsse deshalb die Widerstandsfähigkeit nicht nur dort gestärkt werden, wo eine Krise entsteht. (mm/nde)