Wie die Stadt Illnau-Effretikon bekanntgibt, wird Gastgeber Rainer Hoffer den Pachtvertrag für das Restaurant Rössli nach Ablauf der ordentlichen Vertragsdauer per 31. August 2027 nicht verlängern. Seit über drei Jahren führt der Gastronom den Betrieb im Stadtzentrum von Illnau. Gesundheitliche Gründe schliessen eine vollständige Rückkehr in den operativen Alltag des Betriebes aus. Die operative Gesamtleitung übernimmt deshalb ab sofort Maja Giger, die den Betrieb bereits in den vergangenen Monaten geführt und wichtige Impulse für dessen Weiterentwicklung gesetzt hat. Parallel dazu bereitet die Stadt die Ausschreibung für die künftige Pächterschaft vor. Bis zum Vertragsende bleibt der Gastro-Profi Pächter und Geschäftsführer des Betriebes. Mit htr hotelrevue sprach Hoffer über seine und die Zukunft des Restaurants Rösslis. 

Rainer Hoffer, Sie bringen mehr als 25 Jahre Führungserfahrung in Gastronomie und Hotellerie mit. Welche Erkenntnis aus Ihrer Zeit im Rössli hat Sie besonders geprägt?
«Gemeinsam statt einsam» ist für mich der wichtigste Erfolgsfaktor. Die Gastronomie befindet sich mitten in einem Wandel. Der Druck auf die Branche ist hoch, gleichzeitig steigt die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Betriebe mit einem klaren Profil, starken Gastgeberinnen und Gastgebern sowie einer überzeugenden Küche werden auch künftig erfolgreich sein.

Sie nennen die Führung des Rössli eine Herzensangelegenheit. Was macht dieses Haus so besonders?
Das Rössli Illnau ist eine Institution. Das Haus wird 2027 sein 200-jähriges Bestehen feiern. Für mich ist das ein passender Zeitpunkt, das Zepter weiterzugeben. Die Geschichte, die Bedeutung für das Dorf und die vielen Begegnungen haben diese Aufgabe für mich besonders gemacht.

Das Rössli soll auch künftig ein Treffpunkt für alle Generationen bleiben

Wie schwer fiel Ihnen der Entscheid, den Pachtvertrag nicht zu verlängern?
Es war die schwierigste Entscheidung meines Lebens. Ich habe lange damit gerungen. Als Unternehmer in einem Betrieb, der sieben Tage pro Woche läuft, muss man körperlich voll leistungsfähig sein. Umso mehr freut es mich, dass ich die Stadt Illnau-Effretikon bei der Suche nach einer Nachfolgelösung weiterhin beratend unterstützen kann.

Mit Maja Giger übernimmt bereits heute eine neue operative Leiterin die Verantwortung. Welche Weichen konnten Sie gemeinsam stellen?
Maja Giger bringt viel Erfahrung und unternehmerisches Denken mit. Sie hat frische Ideen eingebracht, Prozesse hinterfragt und gezeigt, dass sie den Betrieb erfolgreich führen kann. Deshalb war es für mich naheliegend, ihr zusätzliche Verantwortung zu übertragen. Die Zusammenarbeit ist von grossem Vertrauen geprägt.

Welche Eigenschaften sollte die künftige Pächterschaft mitbringen?
Das Rössli soll auch künftig ein Treffpunkt für alle Generationen bleiben. Die unterschiedlichen Bedürfnisse der Gäste unter einen Hut zu bringen, ist anspruchsvoll, aber möglich. Dafür braucht es Know-how, Erfahrung und Flexibilität. Gleichzeitig bieten die etablierten Veranstaltungen eine starke Basis. Entscheidend sind ein klares Konzept, eine glaubwürdige Geschichte, Nachhaltigkeit sowie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Partnern und Netzwerken. So kann sich das Rössli auch in Zukunft erfolgreich am Markt behaupten.