An der Aarmühlestrasse in Interlaken soll ein dreigeschossiges Aparthotel mit Attika entstehen. Vorgesehen sind 65 Appartements mit insgesamt 132 Betten, ein Frühstücksraum mit 96 Sitzplätzen ohne öffentliche Nutzung, Personalräume sowie eine Einstellhalle. Die bestehenden Wohnhäuser Nr. 16 und 18 müssten dem Projekt weichen.
Die Parzelle Aarmühlestrasse 18 war 2023 an die Generalunternehmung Forum 4 verkauft worden, die zunächst ein Mehrfamilienhaus als Ersatzneubau plante. Später gründete die Eigentümerschaft der Nachbarliegenschaft die 1618 AG und begann gemeinsam mit Forum 4 die Planung für einen Hotelneubau über beide Parzellen. Als Betreiberin ist die Hotel Toscana AG vorgesehen. Hinter den Gesellschaften stehen die chinesischen Staatsangehörigen Lian Weiyuan und Zhu Wanting.
Vermietung von Ferienwohnungen zulässig
Die Parzellen liegen nicht in einer Hotel-, sondern einer Mischzone. Gemäss Baureglement ist dort die Vermietung von Ferienwohnungen für mehr als drei aufeinanderfolgende Nächte zulässig. Gemeindepräsident Philippe Ritschard (FDP) stuft gegenüber «Der Bund» das Vorhaben als «grundsätzlich zonenkonform» ein. «Seitens der Gemeinde werden wir wahrscheinlich noch ein detailliertes Verkehrskonzept einfordern», so Ritschard weiter. Zuständig für Leit- und Bewilligungsverfahren ist jedoch das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli.
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Ritschard stellt zudem den Standort infrage – auch persönlich –, seine Weinhandlung liegt in der direkten Nachbarschaft des Aparthotels. Er sagt: «Dass wir als Nachbarn nicht über die konkreten Pläne ins Bild gesetzt worden sind, ist für mich persönlich enttäuschend.» Man sei davon ausgegangen, dass auf den Grundstücken Wohnungen geplant werden. Gemäss der Generalunternehmung Forum 4 seien alle Bewohnenden bereits im September 2025 mittels eines Flyers über das Bauvorhaben informiert worden.
Nachfrage bleibt stabil
Gemäss «Der Bund» spricht Interlaken Tourismus von einer stabilen Nachfrage mit saisonalen Schwankungen. Entscheidend sei nicht allein die Anzahl der Betten, sondern deren Positionierung innerhalb der Destinationsstrategie. Zum konkreten Projekt äussert sich die Organisation nicht.
Neben dem Projekt 1618 ist ein weiteres Hotel mit 164 Zimmern und 44 Suiten beim Ostbahnhof geplant. Die Entwicklung neuer Kapazitäten dürfte die Diskussion um Standort, Verkehr und touristische Ausrichtung in Interlaken weiter prägen.
