2017 verlor das Olten Swiss Quality Hotel grosse Seminarkunden. Die vorhandene Infrastruktur war plötzlich nicht mehr ausgelastet. «Ort und Zeitpunkt der Erfindung von Kalte Lust waren wenig glamourös: Olten, aus der Not heraus», sagt Mitgründer und Mitgründer Darko Bosnjak. Die drei Gründer Darko Bosnjak, Dominique Mattenberger und Florian Stähli sind gelernte Köche. Kennengelernt haben sie sich im Gstaad Palace. Über die Jahre blieben sie befreundet, bevor sie 2017 auf der Suche nach einem neuen Geschäftsfeld gemeinsam «Kalte Lust» gründeten. Die Grundidee: Glace für den Eigenbedarf des Hotels.[RELATED]

Was als kleine Eigenproduktion begann, entwickelte sich weiter. Noch 2017 entstand die Marke «Kalte Lust», ein Jahr später folgte die Gründung der Aktiengesellschaft.

Heute ist «Kalte Lust» unter anderem im Bürgenstock Hotels & Alpine Spa und im Grand Hotel Beau Rivage Interlaken präsent. Zudem ist die Glacemanufaktur an Open Air's wie beispielsweise St. Gallen (2025 rund 8000 Kugeln Glace verkauft) sowie bei Konzerten wie jenem von Metallica vertreten. 

Seit 2018 schreibt das Unternehmen schwarze Zahlen. 2025 produzierte die Manufaktur rund 220'000 Liter Glace. Weitere Kennzahlen geben die Gründer nicht bekannt. «Über Zahlen schweigen wir so diskret wie über die Rezepte. Beides bleibt im Unternehmen.»

Drei Merkmale guter Glace
- Wenig Luft: Industrielle Glace darf in der Schweiz bis zu 550 Milliliter Luft pro Liter enthalten. Handwerklich produzierte Glace weist meist eine höhere Dichte auf.

- Natürliche Farben: Echte Pistazienglace ist beige bis leicht grünlich. Kräftige Farben weisen häufig auf zugesetzte Farbstoffe hin.

- Nicht zu kalt servieren: Direkt aus dem Tiefkühler ist Glace oft zu kalt. Bei rund minus 14 Grad kommen Aroma und Cremigkeit besser zur Geltung.

Der Hotelkeller wird zu klein

Noch heute produziert «Kalte Lust» in denselben Räumen wie das Olten Swiss Quality Hotel. Die Manufaktur verteilt sich über mehrere Etagen. «Betrieblich suboptimal», sagt Bosnjak. Lager, Produktion und Logistik auf verschiedenen Ebenen kosteten täglich Zeit und Energie.

Deshalb zieht die Produktion im kommenden Herbst nach Aarwangen. Auf 3000 Quadratmetern werden Lager und Manufaktur erstmals auf einer Ebene zusammengeführt.

Der Bezug zum Hotel bleibt bestehen. Das Hotel Olten dient weiterhin als Schaufenster für die Marke. Zudem unterstützen Hotelmitarbeitende «Kalte Lust» regelmässig an Grossanlässen.  

Wetter bleibt der Unsicherheitsfaktor

Trotz des Wachstums bleibt das Geschäft anspruchsvoll. «Der Businesscase bleibt überschaubar: Ein saisonales, wetterabhängiges Produkt. Regnet es im Sommer, hilft selbst die beste Saison wenig», sagt Bosnjak.

Auch die Logistik sei aufwendig. Den Transport der tiefgekühlten Ware bezeichnet er als «den wohl teuersten Kilometer der Autobahn», gefahren bei minus 18 Grad.

Heute arbeitet «Kalte Lust» unter anderem mit Spitzenköchen wie Peter Knogl, Tanja Grandits und Franck Giovannini zusammen. Je nach Rezept dauert die Entwicklung einer neuen Sorte zwischen zwei Wochen und drei Monaten. Entscheidend sei, dass eine Kreation auch nach Wochen im Becher bei minus 18 Grad geschmacklich überzeugt.

Einblick in die Produktion

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