Ich habe in sehr unterschiedlichen Häusern gearbeitet, vom Traditionshaus bis zum Lifestyle-Hotel. Überall gibt es digitale Ansätze, doch oft fehlt der Mut, sie wirklich sinnvoll zu integrieren. Es geht nicht darum, wie viel Technik vorhanden ist, sondern wie sie eingesetzt wird. Sie muss zum Image des Hauses passen und das Erlebnis verfeinern, nicht anonymer machen. Das grösste Potenzial liegt in der Personalisierung: eine smarte Zimmersteuerung, die meine Vorlieben speichert, oder der Lieblingstee bei der Anreise. Kleine Signale, die zeigen: Du bist gemeint.

Ein Lächeln schlägt jeden Touchscreen
Das Check-in bleibt ein sensibles Thema. Für viele Gäste ist ein Lächeln mehr wert als jeder Touchscreen. Andere möchten Interaktion vermeiden. Für sie sind Self-Check-ins und Chatbots eine echte Entlastung. Gleichzeitig entlasten sie zu Spitzenzeiten die Réception. Auch intern zeigt sich der Nutzen digitaler Werkzeuge: Ein sauberes Kommunikationstool im Team ist Gold wert. Es ersetzt Whatsapp-Gruppen, ist datenschutzkonform und macht Wissen auffindbar. Hier sollte man auf Trainings und die frühzeitige Einbindung der Mitarbeitenden achten, sonst verpufft jede Innovation an der Skepsis. Ich glaube nicht an die Maschine als Gastgeberin. Ich glaube an Menschen, die Technik als Werkzeug intelligent nutzen, um mehr Zeit für persönliche Kontakte zu schaffen, wo sie am meisten Wirkung entfalten: beim Gast.

Gerade kleinere Betriebe verschenken noch zu viel Zeit, Energie und Nerven  – Ressourcen, die für den Gast bestimmt wären. Bestimmte Tools sollten längst selbstverständlich sein. Das Self-Check-in ist kein Luxus, sondern eine Ergänzung zum Gästekontakt. Es verschafft Luft, verkürzt Wartezeiten und gibt Gästen das Gefühl, ernst genommen zu werden. Digitale Gästemappen sind aktuell, barrierefrei und beenden das Zettelchaos. Und smarte Zimmersteuerung? Sie spart Energie, ohne dass der Komfort darunter leidet. Diese leise Revolution sieht kaum jemand, aber alle spüren sie.


[RELATED]