Steffi Buchli, Connect Switzerland gehört zu den grössten Events der Schweizer Tourismusbranche. Wie bereiten Sie sich auf Ihre Moderation vor?
Mir ist es immer wichtig, mich in die Branche, die ich moderativ begleite, richtig einzuarbeiten. Zu spüren, was die Menschen bewegt. Dafür haben wir viele Briefing-Stunden aufgewendet. Nun freue ich mich, dass es losgeht. [RELATED]
Der Tourismus ist ein wichtiger wirtschaftlicher Treiber im Land und prägt das Image der Schweiz nach aussen. Dennoch gibt es Stimmen, die sich besorgt zeigen – etwa wegen vermeintlicher Einschränkungen für die Bevölkerung. Was ist Ihre Meinung dazu?
Ich verstehe natürlich im Kleinen, dass sich ein Bewohner einer beliebten Tourismus-Destination genervt fühlt, wenn ihm ständig Menschen durch den Vorgarten latschen. Aber ich plädiere in der Betrachtung für mehr Vogelperspektive: Unser Land als Destination ist für die Wirtschaft signifikant wichtig. Das sollte man immer bedenken.
Was ist Ihre Verbindung zum Schweizer Tourismus?
Ich bin selbst gerne Schweizer Touristin oder Gast. Immer wieder in den Bergen, oft im Kanton Graubünden, wo meine Wurzeln sind. Und: Manchmal fahre ich mit dem Velo durch Zürich und denke: Wie schön ist es, hier Tourist zu sein. Man verliert ja manchmal diese Aussenwahrnehmung, wenn man ständig an einem Ort ist.
Wo sind Sie bei der Vorbereitung zum Connect Switzerland in ein «Rabbit Hole» gefallen?
Die ganze Thematik der Sichtbarkeit im digitalen Raum treibt mich persönlich um. Das ist ein Riesenthema, nicht nur für die Touristik, sondern auch für die Medienbranche. Wie präsentieren wir uns, wenn sich das Suchverhalten in Richtung Large Language Models, verschiebt? (Anm. d. Red.: LLM sind KI-Systeme, die grosse Mengen an Text analysieren und dadurch in der Lage sind, menschenähnliche Sprache zu verstehen und selbst zu generieren.)
Sie leben mittlerweile zeitweise in Berlin in einem Hotel. Was war Ihnen besonders wichtig bei der Wahl Ihres zweiten «Zuhause»?
Ein Business-Hotel muss für meine Bedürfnisse eine gute Lobby und bestenfalls ein schönes Gym haben. Gute Lobby bedeutet belebte Lobby. Ich kann nicht gut auf dem Zimmer arbeiten oder lesen. Das heisst, ich setze mich jeweils gerne noch ein wenig zu den Leuten.
Wie erleben Sie das Bild der Schweiz Ihrer Berliner Kolleginnen und Kollegen?
Die Schweiz wird als schöner Ponyhof und teure Destination wahrgenommen. Und Schokolade ist auffällig oft ein Thema.
Kurbeln Sie in Berlin auch mal die Werbetrommel für Reisen in die Schweiz?
Oh ja, man spricht mich auf Bezugsorte an. Eine Person reist regelmässig ins Appenzellerland, eine andere nach Lausanne und eine dritte nach – Achtung: Olten! Viele Menschen kennen die Schweiz erst von der Durchreise und wieder andere fragen nach Tipps für Familien-Ski-Destinationen. Da helfe ich natürlich immer gerne.
Sie schreiben auf Ihrer Webseite, sie seien gerne in Los Angeles und in Andalusien. Machen Sie auch Ferien in der Schweiz?
Ich liebe Ferien in der Schweiz, natürlich. Ich bin gerne in den Bergen.
Bitte beantworten Sie die nächsten drei Fragen, ganz spontan: Ferien planen – oder spontan los?
Ich bin eine Planerin. Ich liebe die Vorfreude.
Hotel, Ferienwohnung oder Campervan?
Hotel. Ich bin keine grosse Köchin und das Van-Leben habe ich noch nicht für mich entdeckt.
Berge, Städtetrip oder Meer?
Alles nacheinander.
«Connect Switzerland» (ehemals «Schweizer Ferientag») ist der führende, jährliche Branchenevent des Schweizer Tourismus und das zentrale Treffen für Tourismusprofis, Politik und Wirtschaft. Die Premiere wurde im April 2025 in Zürich gefeiert – mit Fokus auf Networking, Nachhaltigkeit (Travel Better) und Digitalisierung. 2026 findet der Anlass vom 13. bis 14. April unter dem Motto «Switzerland Unplugged» in Zermatt statt.
