Der Klimawandel verringert die natürliche Schneesicherheit und erschwert die Planbarkeit der Wintersaisons, wie der Verband mitteilt. Besonders für kleinere und tiefer gelegene Gebiete nehme die Bedeutung von Sommerangeboten und ganzjährigen Ertragsquellen zu.[RELATED]
Dies geht auch aus dem Bericht zu einem Forschungsprojekt hervor, das die Berner Bergbahnen zusammen mit der Universität Bern, der Wyss Academy for Nature und Be-Advanced durchführten.
Komplexe Planungs- und Bewilligungsverfahren
Die Veränderungen würden durch zunehmend komplexe, langwierige und kostenintensive Planungs- und Bewilligungsverfahren erschwert. Dies etwa, weil viele Vorhaben ausserhalb der Bauzone oder in landwirtschaftlich sensiblen Räumen liegen, heisst es beim Verband.
Gleichzeitig seien zusätzliche touristische Angebote wie Erlebniswege, Biketrails oder Aussichtsplattformen häufig dort sinnvoll, wo sich bereits Gäste aufhielten. Das sei etwa bei bestehenden Anlagen, Stationen oder in schon heute intensiv touristisch genutzten Gebieten der Fall.
In bereits ausgeschiedenen und intensiv touristisch genutzten Gebieten soll der Weiterentwicklung touristischer Angebote gegenüber zusätzlichen Schutzinteressen «angemessen Rechnung getragen werden», fordert der Bergbahnenverband.
Er strebt nach eigenen Angaben keine pauschale Lockerung des Raumplanungs- oder Umweltrechts an. Notwendig seien vielmehr klarere, verlässlichere und zielgerichtete Verfahren, die Schutzinteressen, Klimaanpassung und touristische Entwicklung frühzeitig und verbindlich miteinander in Einklang bringen.
Flucht vor der Hitze in die Berge
Die aktuelle Sommersaison verläuft laut Verband «sehr erfreulich». Nach einer eher nassen und kühlen ersten Maihälfte folgten ein heisser Juni und Juli. Viele Gäste suchten Abkühlung in den Bergen.
Im Berner Oberland liegen die Ersteintritte aktuell rund 29 Prozent über dem Vorjahr, wie der Verband schreibt. Die Berner Bergbahnen sind der Dachverband von 74 Seilbahnunternehmen aus dem Kanton. (keystone-sda)