Die Rückkehr von Wolf und anderen Grossraubtieren wirkt sich zunehmend auf Wanderwege, Bike-Routen und das Gästeerlebnis in Bergdestinationen aus. An einem Online-Austausch vom 23. Februar diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Tourismus, Landwirtschaft und Langsamverkehr über konkrete Lösungsansätze im Umgang mit Herdenschutz, Besucherlenkung und Kommunikation. [RELATED]

Konflikte auf Wander- und Bikewegen
Für touristische Akteure zeigen sich die Auswirkungen insbesondere im Zusammenhang mit Herdenschutzhunden sowie mit gesperrten oder verlegten Wander- und Bikewegen . Hinzu kommen Unsicherheiten bei Gästen im Umgang mit der Thematik.

Am Austausch wurden Praxisbeispiele präsentiert, wie Konflikte zwischen Herdenschutz und Freizeitnutzung entschärft werden können. Sensibilisierungsmassnahmen zeigen in vielen Regionen Wirkung. Gleichzeitig bestehen insbesondere bei einzelnen Zielgruppen – etwa im Mountainbike-Bereich – weiterhin Informationslücken.

Destinationen als Koordinationsstellen
Ein zentrales Anliegen ist eine schweizweit möglichst einheitliche Kommunikation und Signalisation. Klare, verständliche und konsistente Hinweise sollen Orientierung schaffen, die Sicherheit erhöhen und die Akzeptanz von Schutzmassnahmen fördern. Dafür brauche es auch künftig eine nationale Koordination.

Gleichzeitig wurde betont, dass konkrete Lösungen regional entwickelt werden müssen. Die Dialogführung und Koordination solle bei regionalen Trägerschaften liegen. Als Beispiel wurde Arosa Tourismus genannt, wo die Destinationsmanagementorganisation eine aktive Koordinationsrolle übernommen hat .

Organisiert wurde der Anlass im Rahmen der Dialogplattform «Weidemanagement und Grossraubtiere», getragen von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB), dem Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verband (SAV) und dem Schweizer Bauernverband (SBV). Ziel ist es, den Erfahrungsaustausch zwischen den betroffenen Branchen zu stärken und tragfähige Lösungen zu entwickeln. (mm)