Die Wegleitung entstand im Innotour-Projekt «Klimafitte Destinationen – Modellregion Graubünden», das vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) unterstützt wurde. Gemeinsam mit den Pilotdestinationen Engadin Samnaun Val Müstair, Lenzerheide und Vorderes Prättigau wurden während knapp drei Jahren klimatische und touristische Ausgangslagen untersucht sowie Risiken, Chancen und Anpassungsmassnahmen erarbeitet.
Die Publikation führt von der Aufbereitung wissenschaftlicher Klimadaten über die Analyse der touristischen Betroffenheit bis zur Entwicklung und Umsetzung von Massnahmen.
Rund 25 Massnahmen aus dem Pilotprojekt
Laut Graubünden Ferien zeigt das Projekt, dass sich die Herausforderungen je nach Höhenlage, Angebotsstruktur und regionalen Gegebenheiten unterscheiden. In den drei Pilotdestinationen wurden rund 25 Massnahmen in vier Bereichen entwickelt: Koordination und Steuerung, Angebote und Erlebnisse, Marketing und Kommunikation sowie Evaluation.
Der Klimawandel in Zahlen
- 500 bis 600 Meter zusätzlich: So stark ist die Nullgradgrenze seit 1961 gestiegen.
- 50 Prozent weniger Schneetage: Unterhalb von 800 Metern hat sich die Zahl der Schneetage seit 1970 halbiert.
- 20 Prozent weniger Schneetage: Auf rund 2000 Metern ist die Zahl der Schneetage seit 1970 um einen Fünftel zurückgegangen.
- 5 bis 7 Wochen: So stark hat sich die Vegetationsperiode seit 1961 verlängert.
Quelle: Wegleitung «Klimafit Schritt für Schritt» von Graubünden Ferien
Dazu zählen etwa ein regionales Wassermanagement, ganzjährige Angebote am Berg, Echtzeit-Informationen zum Sommer-Wegnetz und die Vorbereitung auf Krisensituationen. Damit berücksichtigt die Klimaanpassung neben der Schneesicherheit auch Themen wie Wasserverfügbarkeit, Naturgefahren, Angebotsentwicklung und Kommunikation. «Destinationen müssen die Herausforderungen und ihre eigene Betroffenheit verstehen und daraus konkrete Massnahmen ableiten», sagt Claudio Daguati, Leiter Nachhaltigkeit bei Graubünden Ferien.
Wegleitung für Schweizer Destinationen
Die Publikation richtet sich an Akteurinnen und Akteure in Schweizer Tourismusdestinationen und steht kostenlos auf Deutsch und Französisch zur Verfügung. Graubünden Ferien will damit die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt auch anderen Destinationen zugänglich machen. Laut CEO Martin Vincenz setzt die Anpassung an den Klimawandel eine frühzeitige Zusammenarbeit zwischen touristischen Akteuren, Gemeinden und weiteren Schlüsselpartnern voraus. (mm/grb)
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