Die aktuelle Hitzewelle wirkt sich spürbar auf den Schweizer Tourismus aus. Nach Angaben von Schweiz Tourismus buchen insbesondere einheimische Gäste kurzfristig Aufenthalte in Bergregionen sowie an Seen. Destinationen berichten übereinstimmend von einer «Hitzeflucht» aus den Städten und dem Flachland.

Hitzeflucht in die Berge

Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend in Davos-Klosters, Gstaad und im Engadin. Dort haben die hohen Temperaturen zu mehr spontanen Buchungen geführt. Im Engadin habe die Sommersaison zudem früher begonnen. Anstelle einzelner Buchungsspitzen sei die Auslastung über Juni, Juli und August konstant hoch.

Nicht nur die Alpen profitieren. Auch Jura & Drei-Seen-Land beobachtet ein wachsendes Interesse an Seen, Wäldern, Schluchten und höher gelegenen Gebieten. In Luzern wird die Nähe zu See und Bergen als wichtiger Vorteil bei hohen Temperaturen wahrgenommen. Im Appenzellerland sind viele Betriebe an den Wochenenden nahezu ausgebucht.

Kulturangebote teilweise unter Druck

Die Hitze hat jedoch nicht überall positive Auswirkungen. So melden Aargau Tourismus eine geringere Nachfrage nach Thermalbädern und Gruyère Tourisme einen Rückgang des Interesses am Château de Gruyères. Im Tessin hingegen spielt das Thema «Coolcation» laut der Destination kaum eine Rolle, da hohe Sommertemperaturen dort zum Ferienerlebnis gehören.

Schweiz Tourismus sieht darin mehr als einen kurzfristigen Effekt. Die Rückmeldungen aus den verschiedenen Regionen deuteten darauf hin, dass die Suche nach natürlichen Möglichkeiten zur Abkühlung den Sommertourismus langfristig verändern könnte. Die klimatische Vielfalt und die kurzen Wege zwischen Städten, Seen und Bergregionen seien dabei ein Vorteil der Schweiz.