Eine klare Mehrheit der Schweizer Bevölkerung unterstützt die Kandidatur für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2038. Laut einer repräsentativen Studie des Forschungsinstituts GFS Bern sprechen sich 61 Prozent der Befragten dafür aus.

Zu Studie
Die Studie wurde vom Verein Switzerland 2038 in Auftrag gegeben und unter der Leitung des Politologen Lukas Golder durchgeführt.

Davon sind 33 Prozent klar dafür, 28 Prozent eher dafür. Auf der Gegenseite lehnen 21 Prozent die Spiele klar ab, 13 Prozent lehnen sie eher ab. Vier Prozent sind unentschieden.

Die Zustimmung ist damit deutlich, gleichzeitig zeigt sich eine gewisse Offenheit im Meinungsbild. Rund ein Viertel der Bevölkerung ist grundsätzlich gegen eine Austragung.

Hohe Bekanntheit, unterschiedliche Wissensstände
Drei Viertel der Befragten haben bereits von der Kandidatur gehört. Das Thema ist damit früh präsent in der öffentlichen Diskussion.

Bekannt ist vor allem das dezentrale Konzept der Spiele, die in der ganzen Schweiz stattfinden sollen. Weniger präsent sind hingegen Details zur Finanzierung oder zur Nutzung bestehender Infrastruktur.


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Infrastruktur überzeugt
Die Studie zeigt breite Zustimmung zu zentralen Argumenten der Kandidatur. 79 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass die Schweiz über die nötige Infrastruktur und ein leistungsfähiges Mobilitätsnetz verfügt.

Auch das dezentrale Modell stösst auf Zustimmung. 74 Prozent sehen darin eine Stärke, da es auf bestehenden Strukturen basiert.

Ein gesellschaftlicher Nutzen wird ebenfalls wahrgenommen. 70 Prozent erwarten positive Effekte für den Zusammenhalt zwischen den Sprachregionen. Besonders stark wirkt das Argument der Nachwuchsförderung, das 74 Prozent unterstützen.

Skepsis bei Kosten und Klima
Trotz Zustimmung bestehen Vorbehalte. 57 Prozent der Befragten befürchten finanzielle Risiken. Der Verein Switzerland 2038 setzt deshalb auf ein Modell mit überwiegend privater Finanzierung.

Auch die Nachhaltigkeit wird hinterfragt. 53 Prozent zweifeln daran, ob Winterspiele im Kontext des Klimawandels verantwortungsvoll durchgeführt werden können.

Das dezentrale Konzept wird von 47 Prozent kritisch gesehen, insbesondere im Hinblick auf den olympischen Charakter.

Fazit der Trägerschaft
Der Verein wertet die Ergebnisse als Bestätigung, sieht aber auch Handlungsbedarf. Die Studie liefere wichtige Hinweise für die weitere Ausgestaltung der Kandidatur. (mm)