In Brusio veranlasste der Grossanlass einzelne Betriebe, mit der üblichen Saisonalität zu brechen. «Normalerweise haben wir um diese Zeit geschlossen, ein Vergleich mit den Vorjahren ist daher schwierig», sagt ein Hotelier zu «Keystone-SDA». Die Bilanz der zwei Olympiawochen falle jedoch positiv aus: Der Gästezustrom sei gut gewesen und «klar auf die Veranstaltung zurückzuführen».

Weniger euphorisch fiel das Fazit in Le Prese GR aus. Trotz eines geschätzten Plus von 20 bis 30 Prozent bei den Übernachtungen blieb die Nachfrage unter den Erwartungen. Ausschlaggebend war vor allem die Unregelmässigkeit: «An den Wochenenden lief es gut, unter der Woche hingegen war wenig Betrieb», heisst seitens eines ansässigen Hoteliers. 

Italienische Hotels senkten plötzlich die Preise
Im Zentrum von Poschiavo blieben die Gästezahlen mit einem Plus von rund drei Prozent nahezu stabil. Der Umsatz hingegen stieg: Dank höherer, dem internationalen Anlass angepasster Preise lag die Rentabilität über dem saisonalen Durchschnitt – auch ohne deutlichen Gästezuwachs.

Als entscheidend gilt laut den Puschlaver Hoteliers die Preisgestaltung im Veltlin (I). In Bormio, Livigno sowie Tirano und Umgebung wurden zunächst sehr hohe Tarife verlangt, die kurz vor Beginn der Spiele wegen tieferer Buchungen als erwartet deutlich gesenkt wurden. Diese kurzfristige «Kurskorrektur» habe viele Gäste in den Wettkampforten gehalten und den Zustrom ins Puschlav begrenzt.

Kein grosser Effekt im Unterengadin
Im Unterengadin verzeichneten die Hoteliers fünf Prozent mehr Logiernächte im Februar, wie ein Sprecher der Tourismusorganisation auf Anfrage schrieb. Dies sei jedoch nicht nur auf die Winterspiele zurückzuführen. Vielmehr seien die frühen Sportferien ausschlaggebend gewesen.

Vereinzelt hätten Hotels jedoch Buchungen von Gästen aus den Niederlanden, Österreich, Italien, Schweden und Bosnien-Herzegowina erhalten, die sonst während dieser Jahreszeit kaum im Unterengadin übernachten. Überraschend positiv sei die «wider erwartete» unproblematische Verkehrssituation gewesen, so der Sprecher weiter. (keystone-sda)


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