Nach Angaben des SRV verzichten Schweizer Reisende nicht grundsätzlich auf Ferien, entscheiden aber bewusster über Reiseziel, Zeitpunkt und Preis. Bei begrenztem Budget reduzieren sie eher die Zahl ihrer Reisen, während die durchschnittlichen Ausgaben pro Buchung stabil bis leicht über dem Vorjahr liegen. Die Reisepreise bewegen sich ebenfalls leicht über dem Vorjahresniveau. Als wichtigsten Belastungsfaktor nennt der Verband die geopolitischen Spannungen. Besonders betroffen seien Reisen in den Nahen Osten sowie Fernreisen nach Asien und Ozeanien. Auch der heisse Sommer in Europa habe die kurzfristigen Sommerbuchungen beeinflusst. [RELATED]

Badeferien bleiben gefragt

Bei den Sommerbadeferien führen Spanien, Griechenland und die Türkei die Nachfrage an. Auf der Fernstrecke sind Kanada, Thailand und die Malediven die meistgefragten Ziele. Reisen in nördliche Regionen, sogenannte «Coolcations», sowie Balkanländer legen laut SRV ebenfalls zu, allerdings auf deutlich tieferem Niveau. Die Nachfrage nach «Coolcations» ist gemäss Verband in den vergangenen fünf Jahren um rund 20 Prozent gestiegen. Für den Herbst sind insbesondere Griechenland, Zypern, Mallorca, Ägypten und die Kanaren gefragt. Im Winter zählen Ägypten, Gran Canaria und Teneriffa auf der Mittelstrecke sowie Mauritius, die Malediven und Thailand auf der Fernstrecke zu den gefragten Zielen. Die USA verzeichnen gegenüber dem Vorjahr erneut einen Nachfragerückgang von rund 20 Prozent.

SRV erwartet Nachholeffekt

Für Herbst 2026 und Winter 2026/27 meldet der Verband eine steigende Nachfrage und positive Buchungseingänge. Für das kommende Jahr erwartet der SRV mindestens das Vorjahresniveau und einen Nachholeffekt. Gleichzeitig gewinnt laut Verband das Bedürfnis nach persönlicher Beratung und Sicherheit an Bedeutung. Beim Ausbruch des Irankriegs organisierten SRV-Mitglieder nach eigenen Angaben mehr als 3400 Umbuchungen, bearbeiteten über 20'000 Kundenkontakte und führten mehr als 1600 gestrandete Reisende zurück. Dabei übernahmen sie Zusatzkosten von über 2,3 Millionen Franken. (mm)