Der Schweizer Tourismus-Verband (STV) hat am 23. September am Rendez-vous Touristique mit Vertreterinnen und Vertretern aus Parlament und Tourismus über die Akzeptanz des Tourismus in der Bevölkerung diskutiert. Dabei zeigte sich: Die Herausforderungen unterscheiden sich je nach Destination erheblich.
Während stark frequentierte Orte mit hohen Gästezahlen umgehen müssen, sind andere Regionen auf zusätzliche Gäste angewiesen. STV-Präsident und Nationalrat Reto Nause betonte deshalb, der Tourismus müsse sich «im Einklang mit der lokalen Bevölkerung entwickeln».
Toolbox für Destinationen
Romy Bacher vom Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit des STV stellte die Toolbox Tourismusakzeptanz vor. Das auf nationaler Ebene entwickelte Instrument soll Destinationen dabei unterstützen, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, relevante Anspruchsgruppen einzubeziehen und geeignete Massnahmen zu entwickeln.
Dabei gehe es unter anderem darum, den Dialog mit der Bevölkerung zu pflegen und den Nutzen des Tourismus sichtbar zu machen.
Jungfrau Region als Praxisbeispiel
Wie eine stark nachgefragte Destination mit Besucherströmen und Akzeptanzfragen umgeht, erläuterte Marc Ungerer, Geschäftsführer der Jungfrau Region Tourismus AG. Er stellte Massnahmen zur besseren Auslastung bestehender Betten und für eine ausgewogenere touristische Entwicklung über das Jahr vor.
Künftig müssten die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung von Beginn an stärker berücksichtigt werden, sagte Ungerer. Bei der touristischen Entwicklung gelte es, «bei Bedarf auch zu bremsen».
Die Diskussion am Rendez-vous Touristique machte laut STV deutlich, dass nationale Rahmenbedingungen und Förderinstrumente die Destinationen unterstützen können. Konkrete Lösungen müssten jedoch den jeweiligen Verhältnissen vor Ort angepasst werden. (mm)