Dossier: Bildung
Nachwuchs fördern – Zukunft sichern
Lernen mit Praxisbezug
Was die Schweizer Berufsbildung so erfolgreich macht
Die Schweiz ist, wie es der frühere SNB-Präsident Thomas Jordan formuliert, ein «Chancenland». Das bezieht sich nicht nur auf die Qualität einzelner Hochschulen oder Schulen, sondern auf die Struktur des Systems selbst. Denn wer in der Schweiz eine Berufslehre beginnt, entscheidet sich nicht gegen höhere Bildung. Berufsmaturität, höhere Berufsbildung, Fachhochschule oder Universität bleiben erreichbar. Diese…
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Gastbeitrag
Die Erosion der Grundkompetenzen: Eine biedere Lektion
Betriebe haben konkrete Erwartungen an die Fähigkeiten und Haltungen, welche die Schulabgängerinnen und Schulabgänger in die berufliche Ausbildung mitbringen sollen: Sie verfügen über solide Grundkompetenzen, das heisst, sie können ordentlich lesen, rechnen und sich schriftlich ausdrücken. Sie sind zuverlässig, pünktlich und selbstständig sowie motiviert und haben realistische Berufsvorstellungen. Dies zeigen…
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Umfassende Ausbildung im Bereich F & B
Ein neuer Abschluss aus den Küchen der EHL
Fachkräfte auszubilden, die in der Lage sind, sowohl die Food-Costs zu berechnen als auch einen Teller anzurichten oder einen Gastraum zu leiten: So lautet der Anspruch des neuen «Associate Degree» in Culinary Arts und Restaurantmanagement der EHL Hospitality Business School. Die zweijährige Ausbildung orientiert sich an den Erwartungen junger Menschen. Sie ist kurz und abwechslungsreich und verbindet Küche, Service…
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FAQ «Professional Bachelor»
Neue Titelzusätze, neue Regeln
Ersetzt der Professional Bachelor /Master den bisherigen Titel meiner Ausbildung?Der bisherige Titel bleibt. Der Professional Bachelor und der Professional Master können ergänzend zum bisherigen Titel getragen werden. Beispiel: dipl. Hotelière-Gastronomin HF, Professional Bachelor. [RELATED]
Ich habe an einer Hotelfachschule studiert. Kann ich den neuen Titelzusatz Professional Bachelor auch tragen?Alumni einer…
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Unterwegs in der Golfregion
Lernen vor Ort eröffnet neue Perspektiven
Als Evan Pasquini bei Crans-Montana Tourismus & Kongress die Verantwortung für den Markt Golfstaaten als Market Manager GCC übernahm, wollte er die Region nicht nur aus der Distanz kennenlernen. Die passende Gelegenheit, tiefer in den Markt einzutauchen, fand der Tourismusexperte durch das Austauschprogramm «Expanding Horizons». Das Programm wurde 2024 von Schweiz Tourismus und dem Verband Schweizer…
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Erste Standortbestimmung
Der HoKo-Beruf besteht den Praxistest
Als 2017 die ersten Lernenden ihre Ausbildung zur Hotel-Kommunikationsfachfrau beziehungsweise zum Hotel-Kommunikationsfachmann EFZ (HoKo) starteten, begegnete die Branche dem neuen Berufsbild noch mit einer gewissen Zurückhaltung. Braucht es wirklich eine zusätzliche Lehre zwischen Réception, Marketing, Administration und Gästebetreuung? Und können gerade kleinere Hotels einen so vielseitigen Beruf überhaupt…
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Abschied aus der Forschung
Thomas Bieger: «Der Tourismus ist nie nur ein Geschäft»
Thomas Bieger, mit Ihrer Abschiedsvorlesung letzte Woche ging eine Ära zu Ende. Worauf sind Sie stolz? Ich bin vor allem dankbar. Dankbar für die Möglichkeiten, die mir geboten wurden, und dankbar gegenüber den Menschen, die mir in all den Jahren vertraut und mich unterstützt haben. Ich durfte über viele Jahre auf verschiedenen Ausbildungsstufen lehren, forschen und zudem in der Praxis tätig sein. Besonders freut…
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Wanderjahre
Paolo Molinari: «Noch bleibe ich in der Schweiz»
Wanderjahre
Lilly Stettler: «Ausserhalb der Komfortzone lerne ich, wer ich als Gastgeberin bin»
Echange professionnel
Changer d’air et élargir son horizon professionnel
Evan Pasquini ne voulait pas juste reprendre la responsabilité du marché des pays du Golfe (GCC) de Crans-Montana Tourisme. Il voulait le comprendre de l’intérieur. Déjà responsable des marchés italien et français au sein de la destination, le professionnel était sur le point d’arborer cette casquette supplémentaire en janvier 2026. «Je cherchais une formation, un moyen de me familiariser et de m’immerger dans ces…
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Meinung
Nachwuchsrecruiting ist kein Zufallsprodukt
Auslanderfahrung für junge Talente
Schweizer Hotellerie ringt mit den Wanderjahren
Unter Palmen sucht Lilly Stettler das «magiliw na pagtanggap», die warme und einladende Art der Filipinos gegenüber Gästen. Die 21-jährige Studentin der Hotelfachschule Luzern (SHL) absolviert ihr Administrationspraktikum im Boutique-Hotel Ocam Ocam in Busuanga, Palawan. Sie verkörpert das klassische Ideal der Branche: hinausziehen, um Exzellenz zu lernen. Doch während Lilly Stettler neue Erfahrungen sammelt, stellt sich für die Schweizer Hotellerie die Frage: Sind die Wanderjahre, einst aus den Gesellenjahren des Handwerks entstanden, heute noch das Fundament einer Karriere, oder werden sie zum exklusiven Nischenprodukt für wenige Privilegierte? In der Branche prallen derzeit zwei gegensätzliche Trends aufeinander. Schulen melden Rekordzahlen, aber Arbeitgeber berichten von einer neuen Sesshaftigkeit. [RELATED]
Die Hürden der Realität
Das Bild der Sesshaftigkeit verkörpert auch Paolo Molinari (23). Er hat zwar Wurzeln in der Schweiz, in Mexiko und Italien, lebte in Genf, Moskau und Hongkong. Er kennt das Unterwegssein seit jungen Jahren. Dennoch bleibt er für sein aktuelles Praktikum für die Ausbildung an der SHL aus persönlichen Gründen in der Zentralschweiz. In der Küche des Sterne-Restaurants im Hotel Sonnenberg in Kriens wird er ab Juli sein Fachwissen im erweiterten Servicepraktikum schärfen.
Auch in seiner Klasse beobachtet er Zurückhaltung. Von 28 Studierenden planen lediglich zwei oder drei den Schritt ins ferne Ausland. Das wäre ein Anteil von rund 7 bis 11 Prozent und ist ein Hinweis dafür, dass der Wunsch nach Auslanderfahrung eher die Ausnahme als die Normalität ist. Molinari reflektiert die Einstellung seiner Berufskollegen kritisch: «Viele junge Berufsleute glauben angesichts der guten Karrierechancen durch den Fachkräftemangel, dass sie die Auslanderfahrung nicht brauchen, und nehmen deshalb die Mühen nicht auf sich.»
Auf Direktorenniveau möchten Talente teils nicht einmal von Zürich nach Bern wechseln.
Sabrina Westphälinger, Vice President People & Culture DACH Region bei Accor
Neben dieser Haltung bremsen rationale Gründe sowie bürokratische Hürden bei Visa den Drang, die gewohnte Umgebung zu verlassen. Dass es dennoch geht, zeigt Lilly Stettler auf den Philippinen. Auch sie musste Distanz, Unsicherheit und organisatorische Hürden in Kauf nehmen.
Sabrina Westphälinger, Vice President People & Culture DACH Region bei Accor, beobachtet zudem die Kraft sozialer Verwurzelung in der Heimat. «Auf Direktorenniveau möchten Talente teils nicht einmal von Zürich nach Bern wechseln», sagt sie und vermutet, dass die digitale Verfügbarkeit der Welt über Social Media den Drang dämpft, für längere Zeit die gewohnte Umgebung zu verlassen. Studien dazu fehlen derzeit.
Auslanderfahrung in der Praxis erwünscht
Der wachsenden Skepsis vieler Jungtalente steht das Urteil der Praxis gegenüber. Für Sascha Spiegel, General Manager des Hotel Schweizerhof Bern & Spa, ist internationale Erfahrung weder Zeit- noch Geldverschwendung, sondern eine notwendige Investition: Nur wer in unterschiedlichen Betrieben und Systemen von Grund auf gearbeitet hat, verfügt später über jene Erfahrungstiefe, die für souveräne Führungsentscheide grundlegend ist. Auch Accor und die SHL werten internationale Stationen als Plus im Lebenslauf als Nachweis interkultureller Agilität im Umgang mit globaler Kundschaft. «Wir denken sogar darüber nach, das Auslandpraktikum zur Pflicht zu machen», erklärt Simone Rogge, Praktikumsverantwortliche bei der SHL.¨
Wanderjahre im Konzernformat
Das «Bloom»-Programm von Accor richtet sich an Nachwuchsführungskräfte mit Ambitionen auf eine Position als General Manager. Während eines Jahres arbeiten Talente aus mehr als zehn Ländern gemeinsam an Projekten und treffen sich an verschiedenen Standorten wie Madrid oder Krakau. Themen sind unter anderem künstliche Intelligenz, Inklusion und Führungsfragen. Für Accor ist das Programm ein Instrument, um internationale Karrieren früh zu fördern und Talente innerhalb des Konzerns grenzüberschreitend zu vernetzen.
Die Paradoxie der Zahlen
Interessanterweise widersprechen die Ausbildungsstätten dem Eindruck der neuen Sesshaftigkeit der Generation Z. Die SHL verzeichnet eine «unglaubliche Entwicklung»: «Wir erleben das pure Gegenteil einer mobilitätsmüden Jugend», sagt Rogge. Bereits heute absolviere jährlich ein Fünftel der gesamten Studierenden ein Praktikum im Ausland. Verlässliche Branchenzahlen fehlen. Sichtbar wird deshalb vor allem ein Spannungsfeld zwischen hoher Auslandlust an den Schulen und Zurückhaltung bei konkreten Karriereschritten. Auch das Lernenden-Barometer 2025 zeigt, dass 33 Prozent der Schweizer Auszubildenden nach der Lehre ins Ausland wollen. Die Frage liegt im Unterschied zwischen Absicht und tatsächlicher Umsetzung.
Selektive Elite statt Massenphänomen
Die Wanderjahre verschwinden nicht. Sie werden seltener, gezielter und damit auch exklusiver. Sie bleiben ein Vorteil im Lebenslauf. Doch weil Karrieren heute oft schneller verlaufen, wird der Auslandeinsatz bewusster gewählt. Lilly Stettler fand auf den Philippinen rasch heraus, was zu ihr passt: Nähe zu Gästen statt anonymer Grösse wie zuvor in Hongkong. «Das Gästeerlebnis liegt im Boutique-Hotel auf einem anderen Level», sagt sie.
Drei Karrieretypen
Der Sesshafte
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Franz-Xaver Leonhardt blieb nicht aufgrund der Karriereplanung in Basel, sondern aus privaten Gründen. «Meine damalige Partnerin wollte in Basel bleiben und ich bei ihr», sagt der Hotelfachschule-Thun-Alumnus. Aus diesem Entscheid wurde eine langjährige Unternehmergeschichte: Bereits mit 32 Jahren übernahm er das Hotel am Fluss, das erste Haus der heutigen Krafft-Gruppe. Er führt sie seit 23 Jahren als CEO. Sein Beispiel zeigt, dass Beständigkeit in der Hotellerie ebenfalls ein Erfolgsmodell sein kann. Der Co-Präsident der Mitte Basel-Stadt und Präsident des HotellerieSuisse-Regionalverbandes Basel und Region sowie Grossrat der Stadt Basel engagiert sich für die Hotellerie, die Stadtentwicklung sowie den Erhalt historischer Bauten.
Der Weltenbummler
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Schon als Kind wollte Chris K. Franzen die Herkunftsländer der Hotelgäste seines Vaters sehen. Später führte ihn sein Weg von Katar über Indien in die USA. Dort arbeitete der Zermatter in Spitzenhäusern und übernahm innerhalb internationaler Gruppen auch sanierungsbedürftige Standorte. Aufbau, Turnaround und Luxusbetrieb prägen ihn bis heute. Im Bürgenstock Resort Lake Lucerne verantwortet der SHL-Alumnus ein Haus, das Grossanlässe wie die Ukraine-Friedenskonferenz ebenso meistert wie den Resortalltag. Krisen, politische Umbrüche und unterschiedliche Kulturen prägten ihn. Nach dem schönsten Arbeitsort gefragt, spricht er weniger über Länder als über deren Menschen und die Begegnungen mit ihnen.
Der Markenhotelier
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Julien Hértier zog es schon früh hinaus in die Welt. Nach der EHL Hospitality Business School arbeitete er in Australien, Grossbritannien, Spanien, Indonesien, Portugal, Frankreich, Marokko und China. Neun Jahre war er bei Club Med, bevor er zu Accor zurückkehrte. Kurz nach seinem Start als Hotelmanager im «Pullman Jakarta Indonesia» verlor der Lausanner wegen Covid seine Stelle und kehrte in die Schweiz zurück. Er machte einen Abstecher in Privatkliniken. Heute führt er als Cluster General Manager die Hotels Ibis Lausanne Crissier und Ibis Budget Bussigny. «Ich schätze die Standards, die technischen Möglichkeiten und die präzise Steuerung von grossen Betrieben», sagt er zu seiner Treue zur Markenhotellerie.
«Alpine Tech Heroes»
Mit Action und Emotionen zu jungen Talenten am Berg
Bedürfnisorientierte Weiterbildung
Das NDS der HF Thun wird zum modularen Werkzeugkasten
Die Bedürfnisse der Studierenden haben sich fundamental gewandelt – das bestätigt eine aktuelle Umfrage der Hotelfachschule Thun. Dieser Wandel ist der Haupttreiber für eine Neupositionierung des Nachdiplomstudiums (NDS) HF Hotelmanagement. «Wir brauchen kein blosses Update, sondern einen Paradigmenwechsel hin zur sofortigen Wirksamkeit», stellt Samuel Menti, Leiter Weiterbildung, klar. Aktuelle Themen wie künstliche…
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Weiterbildung in der Hotellerie
Ein Realitätscheck zur höheren Berufsbildung
Mit neuem Selbstbewusstsein geht Larissa Jordan durch die Gänge des Hotel Deltapark Vitalresort. Ihre Weiterbildung zur Bereichsleiterin Hotellerie-Hauswirtschaft EFA nähert sich dem entscheidenden Moment: Im September legt sie im Campus Sursee ihre Abschlussprüfung ab – ein intensiver Tag mit Fallbeispielen und Fachgesprächen. Den Schritt in die höhere Berufsbildung (HBB) hat sie bewusst gewählt. «Nach einem…
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Wussten Sie schon …?
L-GAV: Entlastung für Mitarbeiter und Betriebe
Arbeitgeber erhalten bei vielen Aus- und Weiterbildungen des L-GAV-Finanzierungsprogramms für die von den Mitarbeitenden besuchten Kurs- und Prüfungstage eine Arbeitsausfallentschädigung. Die Höhe dieser Auszahlungen variiert und wird in der Ausbildungsvereinbarung /im Subventionsgesuch geregelt. Grundsätzlich wird der Betrag bei einer 100%-Anstellung ausbezahlt. Für Mitarbeitende mit geringerem Pensum wird die…
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