Für HotellerieSuisse wird die Sommersession zur Richtungsentscheidung in mehreren tourismuspolitischen Dossiers. Im Zentrum steht die Verlängerung des MWST-Sondersatzes für Beherbergungsleistungen, über die der Nationalrat am 16. Juni berät.[RELATED]
Der Verband argumentiert, dass die Hotellerie als standortgebundene Exportbranche international unter Druck stehe. Eine Verteuerung von Übernachtungen würde nicht nur Hotels treffen, sondern die gesamte touristische Wertschöpfungskette, von Gastronomie und Bergbahnen bis zum Detailhandel. Zudem seien reduzierte MWST-Sätze für Beherbergung in Europa weitverbreitet.
Fokus auf Fachkräfte und Mindestlöhne
Ein weiteres zentrales Geschäft betrifft die Allgemeinverbindlicherklärung von Gesamtarbeitsverträgen. HotellerieSuisse unterstützt den Vorschlag des Ständerats, wonach allgemeinverbindlich erklärte Mindestlöhne unter bestimmten Bedingungen kantonalen Mindestlöhnen vorgehen sollen. Der Verband spricht von einem wichtigen Signal für die Sozialpartnerschaft.
Auch beim Fachkräftemangel fordert die Branche politische Anpassungen. HotellerieSuisse unterstützt eine parlamentarische Initiative von Nationalrat Reto Nause, die erwerbstätigen Personen mit Schutzstatus S schneller eine B-Bewilligung ermöglichen will. Betriebe erhielten damit mehr Planungssicherheit.
Mehr Transparenz bei Airbnb-Angeboten
Zudem spricht sich der Verband für neue Grundlagen im Umgang mit Kurzzeitvermietungen aus. Hintergrund sind fehlende Daten zu Plattformen wie Airbnb. HotellerieSuisse fordert eine schweizweite Datengrundlage, um Auswirkungen auf Wohnungsmarkt und Tourismus besser beurteilen zu können.
Unterstützung erhält auch ein Vorstoss zur besseren Erfassung von Online-Vermietungsplattformen im nationalen Meldesystem. Der Verband verlangt vergleichbare Transparenzpflichten für touristische Anbieter.
Weitere tourismusrelevante Vorlagen
Daneben unterstützt HotellerieSuisse Vorlagen zu flexibleren Ladenöffnungszeiten, zum Shoppingtourismus sowie zur freiwilligen Weiterarbeit über das Rentenalter hinaus. Bei der Stopfleber-Initiative lehnt der Verband ein Importverbot ab und bevorzugt einen indirekten Gegenvorschlag mit qualitativen Standards. (mm)