Hyatt ist mit solidem Wachstum ins zweite Halbjahr gestartet. Im zweiten Quartal stieg der vergleichbare systemweite RevPAR gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich die Bruttogebühren (Managementgebühren, Incentive Fees, Franchisegebühren und weiteren Gebühren)  um 7,8 Prozent auf 324 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA legte um 3,4 Prozent auf 297 Millionen US-Dollar zu, heisst es in der Medienmitteilung.[RELATED]

Luxussegment bleibt Wachstumsmotor

Wachstumstreiber waren vor allem die Luxus- und Upper-Upscale-Marken. Sowohl das Geschäft mit Freizeitreisenden als auch mit Gruppen entwickelte sich stark, während Geschäftsreisen moderat zulegten. 

Belastet wurde das Quartal hingegen durch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, die das RevPAR-Wachstum laut Hyatt um rund 1,1 Prozentpunkte schmälerten. Hinzu kam eine schwächere Nachfrage im All-inclusive-Geschäft in Mexiko. Sicherheitsbedenken und weniger Flugverbindungen wirkten sich dort auf die Auslastung aus.

Asset-light-Modell zahlt sich aus

Für die Entwicklung des Konzerns sind jedoch vor allem die steigenden Gebühreneinnahmen entscheidend. Hyatt setzt seit Jahren auf Management- und Franchiseverträge statt auf den Besitz eigener Hotels. Dieses Asset-light-Modell sorgt für stabilere Erträge und geringeren Kapitalbedarf. Dass die Bruttogebühren stärker wachsen als das operative Ergebnis, bestätigt diesen Kurs.

Expansion trotz regionaler Risiken

Auch die Expansion geht weiter. Die Pipeline umfasst inzwischen rund 154'000 Zimmer und wuchs innert Jahresfrist um 10 Prozent. Im zweiten Quartal eröffnete Hyatt Hotels mit insgesamt 3585 Zimmern. Gleichzeitig vereinbarte der Konzern mit der chinesischen Dossen Group den Ausbau der neuen Marke Hyatt Select auf dem chinesischen Festland.

Für das Gesamtjahr hält Hyatt an seinen Wachstumszielen fest. Erwartet werden ein RevPAR-Plus von 3,5 bis 4,5 Prozent sowie ein Netto-Zimmerwachstum von rund 6 Prozent. 

Einzelne Hoteleröffnungen könnten sich zwar auf Anfang 2027 verschieben, an der langfristigen Expansionsstrategie ändert dies laut Unternehmen nichts. Für unabhängige Hotels verdeutlichen die Zahlen einen anhaltenden Branchentrend: Internationale Hotelgruppen wachsen zunehmend über Marken, Vertrieb und Managementverträge statt über eigene Immobilien. (mm/bb)