Karriereseiten, Social Media, Kampagnen – sichtbar sind heute viele. Die eigentliche Frage ist jedoch: Wie wird die Arbeitgebermarke im Alltag gelebt? In Briefings, in der Zusammenarbeit der Teams, im Umgang mit Fehlern und über Generationen hinweg. Hier setzt die Zusammenarbeit zwischen dem Zermatter Hotel The Omnia Mountain Lodge und Nouwork Hospitality Consulting an. Seit Sommer 2024 arbeiten Direktion und Beratung Schritt für Schritt daran, Employer Branding, Onboarding, Führung und Kommunikation im laufenden Betrieb zu verankern.

The-Omnia-Direktor Christian Eckert: «Kultur entsteht bei jedem Einzelnen. Und sie beginnt dort, wo Führung sich selbst reflektiert: wie wir zuhören, wie wir entscheiden und wie wir im Alltag vorangehen.»

Startpunkt in einer fordernden Saison
Für die Sommersaison 2024 musste Das «The Omnia» zahlreiche Stellen besetzen. Gleichzeitig ist der operative Alltag eng getaktet – hohe Auslastung, knappe Zeitfenster, unterschiedliche Generationen und Teams mit sehr unterschiedlichem Erfahrungshintergrund. Gemeinsam mit der externen Beratung wurde ein systematischer Ansatz entwickelt, der Innenarbeit und sichtbare Kommunikation verbindet.

«Die Arbeitgebermarke entsteht im Betrieb – jeden Tag», sagt Britta Matthesius, Gründerin von Nouwork. «Kommunikation nach aussen ist die Übersetzung davon. Sie funktioniert am besten, wenn Innen und Aussen deckungsgleich sind.»

Werteworkshop als Einstieg für alle
Unter dem Titel «’Cause We Write The Omnia Story» wurde ein neuer Onboarding- und Werte-Workshop eingeführt. Führungskräfte, bestehende Teammitglieder und Neuankömmlinge klären darin drei zentrale Fragen: Was sind unsere Werte und gelten sie wirklich im Alltag? Was bedeuten sie konkret für jede Abteilung? Und was wollen wir bewusst fördern – oder auch nicht mehr?

«Das Besondere für mich ist, dass wir die Geschichte dieses Hauses gemeinsam aktiv mitschreiben dürfen», sagt Vizedirektorin Anna Kurth. «Aus diesem Grund tragen unsere Onboarding-Workshops diesen Titel.»

Executive Chef André Kneubühler ergänzt: «Onboarding im ‹The Omnia› bedeutet nicht nur Einarbeitung, sondern die Aufnahme in die The-Omnia-Familie. Es wird nicht nur darüber gesprochen, sondern vom ersten Moment an von allen Seiten gelebt.»

Auch im Team wird das Engagement positiv wahrgenommen. Sarina Siegrist, Front-Office-Praktikantin, sagt: «Es wird nicht nur erklärt, wie etwas funktioniert, sondern man fühlt sich direkt eingebunden.» Und Sous-Chef Benjamin Anderegg betont: «Ich finde es sehr positiv, dass man nicht ins kalte Wasser geworfen wird, sondern durch ein Onboarding abgeholt wird.»

Echte Einblicke statt Inszenierung
Für die filmische Umsetzung wurden Mitarbeitende in einer der Suiten im Interviewstil gefilmt. Sie erzählen, wie sie zum Haus gekommen sind, was The Omnia für sie bedeutet und was sie aneinander schätzen. Zwischenschnitte aus dem Arbeitsalltag machen die Aussagen greifbar. Die Aufnahmen wurden bewusst ohne Skript gemacht.

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Parallel zur internen Arbeit wurde auch die digitale Präsenz angepasst. Im Zentrum stand immer die Frage: Spiegelt das, was wir zeigen, auch das, was wir im Alltag leben? Dir Folge: Die Karriereseite verzeichnete im Jahresvergleich eine deutliche Zunahme der Besuche. Auch die Reichweiten der Social-Media-Kanäle, inklusive eines eigenen Karrierekanals, sind stark gewachsen. Vieles entstand direkt im Haus: echte Situationen, echte Stimmen, echte Menschen.

Von offenen Stellen zu einem vollständigen Team
Eine umfassende Langzeitanalyse steht noch aus. Aber ein erstes Signal ist klar: Während im Vorjahr intensiv nach Mitarbeitenden gesucht wurde, startet das Haus in die aktuelle Saison erstmals seit Langem vollständig besetzt. Das Verständnis, wofür das Hotel als Arbeitgeber steht, scheint klarer geworden zu sein. Teams kommunizieren stärker miteinander, auch über Generationen und Bereiche hinweg. (mm)