Die Schweizer Hotellerie lebt von Menschen. Sie sorgen an der Réception, im Service, in der Küche oder hinter den Kulissen dafür, dass Gäste die Schweiz als gastfreundliches Reiseland erleben. Viele dieser Mitarbeitenden stammen aus Europa. Für zahlreiche Betriebe sind sie unverzichtbar.
Wie wichtig internationale Fachkräfte sind, zeigen die Beispiele von Caroline Adler und Thomas Stieger. Beide führen Hotels in touristisch geprägten Regionen, die auf qualifizierte Mitarbeitende angewiesen sind. Gleichzeitig kämpfen sie bereits heute mit der Herausforderung, genügend Personal zu finden.
Saisonbetriebe stehen besonders unter Druck
Caroline Adler leitet das Chandolin Boutique Hotel im Walliser Bergdorf Chandolin auf über 2000 Metern über Meer. Der Betrieb ist stark saisonal geprägt. Für jede Saison muss sie genügend motivierte Mitarbeitende rekrutieren, um den Standard des 4-Sterne-Boutique-Hotels aufrechtzuerhalten. Würde die Rekrutierung aus dem Ausland eingeschränkt, hätte dies direkte Auswirkungen auf das Angebot. Aus Sicht von Adler stünden nicht nur einzelne Dienstleistungen, sondern auch die Qualität und das Gästeerlebnis auf dem Spiel.
Videostatement von Caroline Adler
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Europa prägt den touristischen Alltag
Auch Thomas Stieger, Gastgeber im Waldhaus am See in St. Moritz, sieht die Situation kritisch. Sein Team setzt sich aus Mitarbeitenden verschiedener Nationen zusammen. Bereits heute sei es schwierig, genügend Fachkräfte zu finden. Zusätzliche Einschränkungen würden den Druck auf die bestehenden Teams erhöhen. Mehr Belastung und weniger Entlastung könnten langfristig die Freude am Gastgebertum beeinträchtigen, die für einen erfolgreichen Hotelbetrieb entscheidend ist.
Für Stieger geht es zudem um mehr als die Rekrutierung von Mitarbeitenden. Europa sei im touristischen Alltag allgegenwärtig: bei den Gästen, den Angestellten sowie bei Waren und Dienstleistungen. Eine Schwächung der Beziehungen zur Europäischen Union würde deshalb auch die Tourismusbranche direkt treffen.
Videostatement von Thomas Stieger
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Die beiden Hoteliers machen deutlich, dass hinter der Diskussion um die Chaos-Initiative konkrete Herausforderungen für Betriebe stehen. Für sie ist klar: Damit die Schweizer Hotellerie ihr Qualitätsversprechen auch künftig einlösen kann, braucht sie Zugang zu qualifizierten Fachkräften und verlässliche Beziehungen zu Europa. (redaktion/bb)
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