Franz-Xaver Leonhardt ist CEO der Basler Krafft-Gruppe, Grossrat und Co-Präsident der Mitte Basel-Stadt. Anfang September gab der Hotelier bekannt, dass er sich für die Nationalratsliste seiner Partei zur Verfügung stellt. Im «Nachgefragt» erklärt Leonhardt, welche Themen er nach Bern tragen will und wo er politischen Handlungsbedarf für die Hotellerie sieht. [RELATED]

Franz-Xaver Leonhardt, warum wollen Sie in den Nationalrat?
Ich habe im Grossen Rat in Basel gezeigt, dass ich als Politiker mit meinem Hintergrund als Hotelier und Unternehmer sehr wirksam zu einer guten Entwicklung im Kanton Basel-Stadt beitragen kann. Basel muss in Bern eine starke Präsenz im Nationalrat zeigen, um als reiner Stadtkanton und mit der speziellen Situation «Drei Länder, eine Region» angemessen wahrgenommen zu werden. Das ist mir ein grosses Anliegen. Deshalb will ich in Bern dafür kämpfen und für mehr Resonanz und Unterstützung sorgen.

Welche Themen können Sie in Bern besser voranbringen als in Basel?
Es gibt Themen, die der Halbkanton Basel-Stadt alleine überhaupt nicht lösen kann, sondern bei denen die ganze Schweiz gefordert ist. Dazu gehören zum Beispiel die Rheinhäfen als für die Schweiz existenziell wichtiger Warenumschlagplatz, die Verkehrspolitik generell, der Klimaschutz im Zusammenhang mit einer nachhaltigen Energieversorgung und natürlich das Verhältnis und die Zusammenarbeit mit unseren europäischen Partnern – gerade im Hinblick auf die globalen Verschiebungen. Für diese Themen muss man sich auf nationaler Ebene einsetzen.

Sie kennen die Hotellerie als Unternehmer aus dem Alltag. Wo sehen Sie derzeit den grössten politischen Handlungsbedarf für die Beherbergungsbranche?
Rahmenbedingungen und Planbarkeit. Diese benötigen wir als Unternehmen, und dafür setze ich mich ein. Wichtig ist auch, dass wir direkt im Parlament eine Stimme haben und unsere Anliegen somit authentisch und mit mehr Gewicht einbringen können.

Unternehmen brauchen Rahmenbedingungen und Planbarkeit.

Fachkräftemangel, steigende Kosten und zunehmende Regulierung beschäftigen viele Hotelbetriebe. Wo sollte die Politik konkret ansetzen – und wo sollte sie sich eher zurückhalten?
Das ist eine sehr technische Frage. Ich werde mich vertieft einarbeiten und zu Beginn des neuen Jahres mit konkreten Ideen und Forderungen kommen.

Als Hotelier würden Sie in Bern auch über Rahmenbedingungen entscheiden, die Ihr eigenes Unternehmen betreffen. Wie gehen Sie mit möglichen Interessenkonflikten um?
Wie ich in meinen Unternehmen arbeite, wissen in Basel alle, und was meine Positionen sind, ist bekannt. Bis jetzt waren meine politischen Anliegen immer kongruent mit meinen sozialen und unternehmerischen Perspektiven. Ich bin sicher, dass von mir als Mitte-Politiker sogar erwartet wird, dass ich für eine starke Wirtschaft und ein sozial verträgliches Zusammenleben einstehe.