Die Geschichte, wie Michael Baader überhaupt nach Basel kam, ist einzigartig. Monica Thommy, Mitgründerin von «Der Teufelhof Basel», entdeckte eines seiner Rezepte im Kochbuch «Kulinarische Jahreszeiten von den Schweizer Stuben». Später erzählte sie ihm, sie habe sogar davon geträumt, dass genau dieser Koch im «Teufelhof» wirke. Nach dem ersten Treffen war für Baader klar: «Der Teufelhof war Liebe auf den ersten Blick.»
«Der Teufelhof ist mein zweites Zuhause.»
Michael Baader, ehemaliger Küchenchef «Der Teufelhof Basel»
Aus der Begegnung wurde eine aussergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Seit 1989 prägte Baader die Küche des Basler Gast- und Kulturhauses. Ein Stellenwechsel kam für ihn nie infrage. «Der Teufelhof ist mein zweites Zuhause», sagt er. Auch mit Erreichen des Pensionsalters habe er nie daran gedacht, einfach aufzuhören. Die Freude am Kochen, hochwertige Produkte und die Emotionen der Gäste seien bis heute seine grösste Motivation.
Mehr als ein Küchenchef
Baader prägte den «Teufelhof» jedoch nicht nur kulinarisch. Unter seiner Leitung absolvierten rund 70 Lernende ihre Ausbildung. Zudem engagierte er sich während vieler Jahre als Prüfungsexperte in Basel. Sein Anspruch ging dabei über das Kochen hinaus. Im Zentrum standen das Handwerk, der respektvolle Umgang miteinander und die Überzeugung, möglichst vieles im Haus selbst herzustellen. «Der respektvolle Ton und die Wertschätzung des gesamten Teams waren mir immer wichtig», sagt er.[RELATED]
Der Lehrling wird Chef
Seit Anfang Juli hat Christoph Hartmann die Küchenleitung übernommen. Für Baader ist die Nachfolgelösung ein Glücksfall. Schliesslich absolvierte Hartmann einst seine Lehre im «Teufelhof». Bis Ende Jahr bleibt Baader noch in einem reduzierten Pensum. Dass er nun seinen ehemaligen Lernenden unterstützt, erfüllt ihn mit Stolz. «Ich werde quasi vom Chef wieder zum lernenden Mitarbeiter», sagt er mit einem Lächeln.
Ganz verabschiedet hat sich der 70-Jährige noch nicht. Bis Ende des Jahres stehen mehrere kulinarische Veranstaltungen mit langjährigen Wegbegleitern auf dem Programm. Danach will er gemeinsam mit seiner Frau reisen und sich Zeit für den nächsten Lebensabschnitt nehmen.
