Bruno Hauswirth, welche Rolle spielen Daten heute im Destinationsmanagement?
Daten helfen uns, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Das betrifft Besucherströme, Herkunftsmärkte oder die Auslastung von Angeboten.
Welche Daten sind für Sie besonders wertvoll?
Spannend sind Daten zur Nachfrageentwicklung und zum Gästeverhalten. Sie zeigen uns, wann Gäste anreisen, wie lange sie bleiben und welche Angebote sie nutzen. Daraus lassen sich wichtige Erkenntnisse für die Planung ableiten.
Wie verändert «Data Driven Hospitality» die Arbeit einer Destination?
Früher wurden viele Entscheidungen stärker aufgrund von Erfahrungen oder Annahmen getroffen. Heute können wir diese mit Daten ergänzen und überprüfen. Das erhöht die Qualität der Entscheidungen.
Helfen Daten, Besucherströme besser zu lenken?
Ja. Gerade in stark frequentierten Destinationen sind Daten ein wichtiges Instrument. Sie helfen, Spitzenzeiten zu erkennen und Massnahmen zu entwickeln, um die Nachfrage besser zu verteilen.
Wo stossen Daten an ihre Grenzen?
Sie liefern Informationen, aber keine fertigen Lösungen. Sie müssen immer interpretiert werden. Erfahrung, Marktkenntnis und der Austausch mit den Leistungsträgern bleiben unverzichtbar.
Welche Bedeutung hat KI für den Tourismus?
KI wird die Analyse von Daten deutlich vereinfachen. Sie kann Muster schneller erkennen und Prognosen verbessern. Dennoch braucht es Menschen, die diese Erkenntnisse einordnen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen.
Wie datengetrieben ist die Branche heute bereits?
Es gibt grosse Fortschritte, aber auch noch Potenzial. Viele Betriebe verfügen über wertvolle Daten, nutzen sie jedoch bisher nicht konsequent für strategische Entscheidungen.
Was raten Sie Hoteliers, die den Einstieg in datenbasierte Entscheidungen suchen?
Man muss nicht mit komplexen Systemen beginnen. Wichtig ist, die vorhandenen Daten zu verstehen und daraus konkrete Erkenntnisse für den Betrieb abzuleiten.
Wie wird sich «Data Driven Hospitality» in den nächsten Jahren entwickeln?
Daten werden noch stärker in Entscheidungsprozesse integriert. Gleichzeitig wird die Fähigkeit, relevante von irrelevanten Informationen zu unterscheiden, immer wichtiger.
Wie hat sich das Gästeverhalten in den vergangenen Jahren verändert?
Die Gäste informieren sich heute viel kurzfristiger und digitaler. Gleichzeitig suchen sie authentische Erlebnisse und wollen die Region möglichst individuell entdecken.
Gibt es Entwicklungen im Tourismus, die Sie besonders aufmerksam verfolgen?
Mich interessiert vor allem die Frage, wie sich Mobilität, Digitalisierung und Nachhaltigkeit weiterentwickeln. Diese Themen beeinflussen die Wettbewerbsfähigkeit von Destinationen stark.
Sie sind in Grindelwald aufgewachsen. Wie prägt das Ihre Arbeit?
Sehr stark. Ich kenne die Destination aus verschiedenen Perspektiven – als Einwohner, als Gastgeber und als Touristiker. Das hilft mir, Entwicklungen einzuordnen und langfristig zu denken.
Was motiviert Sie nach all den Jahren im Tourismus noch immer?
Mich begeistert die Möglichkeit, Menschen zusammenzubringen und eine Region weiterzuentwickeln. Es ist schön, zu sehen, wenn Gäste mit positiven Erinnerungen nach Hause reisen und gleichzeitig die Bevölkerung vom Tourismus profitiert.
Wie sieht Ihre Vision für Grindelwald aus?
Wir wollen eine attraktive Destination bleiben, die wirtschaftlich erfolgreich ist und gleichzeitig ihre Authentizität bewahrt. Wachstum darf kein Selbstzweck sein. Entscheidend ist, dass Einheimische, Gäste und Betriebe auch in Zukunft von der Entwicklung profitieren.
Woran erkennen Sie, dass Grindelwald auf dem richtigen Weg ist?
Wenn Gäste weiterhin gerne kommen, die Betriebe erfolgreich wirtschaften und die Bevölkerung sagt, dass Grindelwald trotz seiner Entwicklung seine Identität bewahrt hat. Dann haben wir vieles richtig gemacht.
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