Der Verein Equality4Tourism stellte beim dritten After-Work-Talk Ende Januar die Frage, welche Rolle Diversität in der Schweizer Standortpolitik spielt. Gesprächspartner war Martin Saladin, Leiter der Direktion für Standortförderung beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Moderiert wurde der Anlass von Marcelline Kuonen von «Canal9 | Kanal9».

Saladin verwies auf berufliche Stationen in Afrika und Asien, die seine Haltung zu Führung und Gleichstellung geprägt hätten. Vielfalt sei «kein Zusatzthema», sondern eine Voraussetzung für Zukunftsfähigkeit. Gerade im Tourismus verschärfe der Fachkräftemangel den Handlungsdruck.

Vielfalt in Angeboten und Teams
Diversität müsse sich sowohl in touristischen Angeboten als auch in Teams widerspiegeln. Unterschiedliche Perspektiven führten zu ausgewogeneren Entscheiden. Förderinstrumente wie Innotour berücksichtigten neben ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien zunehmend auch soziale Aspekte der Nachhaltigkeit.


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Anreize statt Regulierung
Ein weiteres Thema war die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Flexible Arbeitsmodelle, Jobsharing sowie der Verbleib qualifizierter Fachkräfte im Arbeitsmarkt seien entscheidend. Der Staat könne vor allem über Anreize und Vorbilder wirken, weniger über Regulierung.

Der Anlass zeigte, dass Diversität aus Sicht der Standortförderung kein Selbstzweck ist, sondern ein wirtschaftspolitisches Instrument für einen resilienten Tourismus. (mm)

Der nächste Equality4Tourism-Roundtable findet am 3. Juni 2026 statt.