Die Rhätische Bahn (RhB) will bis ins Jahr 2025 rund 25 Prozent der Flotte entweder ersetzen oder bestehende Fahrzeuge umfassend revidieren. «Wir nutzen den hohen Investitionsbedarf mit Weitblick und ersetzen systematisch nicht mehr Zeitgemässes, damit wir langfristig von den positiven Kosteneffekten auf allen Ebenen profitieren», sagte Stefan Engler, Verwaltungsratspräsident der RhB, anlässlich der Präsentation der Strategie «RhB 2020» vor den Medien.
Mehr Bequemlichkeit und Betriebs-Effizienz
Mit Unterstützung der öffentlichen Hand, welche die Rahmenbedingungen setzt, plant die RhB in den nächsten fünf bis fünfzehn Jahren in mehreren Etappen moderne Triebzugkompositionen und zusätzliche Steuerwagen für rund 440 Millionen Schweizer Franken zu beschaffen. Mit der Strategie «RhB 2020» sollen einheitlichere Züge mit bequemer Austattung auf den verkehrsreichen Achsen häufiger und damit effizienter zum Einsatz kommen.
Dabei fokussiert sich die Bahn auf den Taktfahrplan «Retica 30», mit dem die RhB ab 2014 auf den Hauptlinien (Davos und St. Moritz) schrittweise den Halbstundentakt einführen will – ab 2019 mit einem neuen Fahrzeugpark.
Stellenverschiebungen angekündigt
Durch die geplanten Umstrukturierungen sieht die RhB einen punktuellen Stellenabbau im Rangierdienst vor. Diesen plant die Bahn über «natürliche Fluktuationen und Stellenverschiebungen» auffzufangen zu können, wie RhB-Direktor Hans Amacker sagte.
Zugleich werden dank des Halbstundentakts neue Stellen für Lokführer geschaffen. «Als verantwortungsbewusste und drittgrösste Arbeitgeberin in Graubünden wird die RhB – ganz im Sinne ihrer Werte – weiterhin in die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden und Führungskräfte investieren», so Amacker.
In starke Marken investieren und Energie sparen
Im Sektor Freizeitverkehr setzt die RhB auch weiterhin auf ihre bewährten Züge Glacier- und Bernina Express mit ihren Erlebnisangeboten. Die Konzepte für beide Panoramazüge und deren Vermarktung werden aktuell überarbeitet und sollen neu aufgestellt werden. Das Label Unesco-Welterbe will die RhB als wertsteigerndes Argument für die Albula- und Berninastrecke sowie für die Marke «Rhätische Bahn» als Ganzes nutzen.
Mit der neuen Strategie will die RhB langfristig nicht nur Mehreinnahmen generieren und so ihren «unternehmerischen Spielraum als finanziell gesunde Bahn wahren» sondern auch ein umfassendes Energieeffizienz-Programm starten, hiess es an der Medienkonferenz weiter.
Ausgeglichenes operatives Ergebnis erwartet
Für 2012 erwarten die RhB ein ausgeglichenes operatives Ergebnis.Die Erträge von 14 Millionen aus dem Autoverlad und 18 Millionen Franken aus dem Güterverkehr entsprechen der Budgetierung und dem Vorjahreswert, wie aus einer Mitteilung der RhB vom Freitag hervorgeht.
Für 2013 erwartet die Bahn eine leichte Ertragsverbesserung von den landesweiten Preiserhöhungen im öffentlichen Verkehr, auch wenn sich der touristische Markt kaum erholen wird, wie es heisst. Insgesamt rechnet die Bahn für 2013 mit Einnahmen und Ausgaben von 340 Millionen Franken. Bei den Erträgen eingerechnet sind die Abgeltungen von Bund und Kanton. In die Infrastruktur sollen 150 Millionen Franken investiert werden. Weitere Ausgaben von 77 Millionen Franken werden für Rollmaterial und Immobilien aufgeworfen. (npa)