Vom 3. bis 5. November trifft sich die Schweizer Tourismusbranche zum 24. VSTM- Managementseminar in Davos. Unter dem Leitthema «Managing Crisis» geht es darum, wie touristische Organisationen Krisen frühzeitig erkennen, bewältigen und daraus lernen können. [RELATED]

Für unterschiedliche Perspektiven sorgen unter anderem Magdalena Martullo-Blocher, FC-Basel-Ehrenpräsident Bernhard Heusler, Krisenkommunikationsspezialist Christian Gartmann und RhB-CEO Renato Fasciati. Sie beleuchten das Thema aus politischer, unternehmerischer und kommunikativer Sicht sowie anhand konkreter Krisenerfahrungen.

Krisen sind keine Ausnahme mehr 

Cyberangriffe, Naturereignisse, geopolitische Entwicklungen, gesellschaftliche Spannungen, Übernachfrage oder mediale Dynamiken können den Alltag einer Destination innert kürzester Zeit verändern. Gäste, Bevölkerung, Mitarbeitende, Politik und Leistungsträger wiederum erwarten schnelle Antworten – und das sogar oft bevor sämtliche Fakten bekannt sind.

Gerade der Tourismus ist besonders exponiert. Viele Akteure sind voneinander abhängig, Verantwortlichkeiten verteilen sich über Organisationsgrenzen, und Ereignisse werden schnell öffentlich. So kann aus einem operativen Problem rasch eine Reputationskrise für eine Organisation oder Destination werden.

Entscheidend ist nicht allein das Krisenhandbuch. Im Ernstfall zeigt sich, ob Zuständigkeiten geklärt sind, Informationen fliessen und Führungskräfte unter Zeitdruck handlungsfähig bleiben. Ebenso zentral ist der Faktor Mensch: Unsicherheit und emotionale Belastung beeinflussen Wahrnehmung, Kommunikation und Entscheidungen. Gute Vorbereitung bedeutet nicht, für jedes denkbare Ereignis bereits eine fertige Antwort zu haben. Sie schafft die Voraussetzungen, um auch dann Orientierung zu geben, wenn Routinen nicht mehr greifen.

Save the date
Das 24. VSTM-Managementseminar findet vom 3. bis 5. November 2026 im Kongresszentrum Davos statt. Im Fokus steht das Leitthema «Managing Crisis». Anmeldeschluss ist der 30. September 2026. Zur Anmeldung.


Nachgefragt bei Björn Caviezel, CEO Destination Davos Klosters

Björn Caviezel, warum ist das  Thema «Managing Crisis» für Tourismusorganisationen gerade jetzt relevant?
Weil Tourismus stark von äusseren Einflüssen abhängig ist – vom Wetter über geopolitische Entwicklungen bis zur Konjunktur. Entscheidend ist deshalb nicht, ob oder wann die nächste Krise kommt, sondern wie gut wir als Organisation darauf vorbereitet sind. 

Das VSTM-Managementseminar gilt auch als wichtiger Treffpunkt der Tourismusdirektorinnen und -direktoren. Was macht den persönlichen Austausch auf dieser Ebene so wertvoll?
Wir beschäftigen uns oft mit sehr ähnlichen Fragen. Im persönlichen Austausch können auch Herausforderungen offen und ehrlich diskutiert werden, ohne dass dabei ein Konkurrenzgedanke zum Tragen kommt. Genau daraus lernt man oft am meisten. 

Sie sind seit Kurzem CEO von Davos Klosters. Mit welchem Blick gehen Sie selbst in dieses Managementseminar?
Mit viel Neugier. Ich bin noch relativ neu in dieser Rolle und freue mich deshalb besonders darauf, zuzuhören, andere Perspektiven kennenzulernen und möglichst viel mitzunehmen. 

Worauf freuen Sie sich bei den drei Tagen in Davos persönlich am meisten?
Auf gute Gespräche, neue Begegnungen und natürlich darauf, meine Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Schweiz bei uns in Davos Klosters willkommen zu heissen. Dabei erhalte ich natürlich auch die perfekte Gelegenheit, um unsere Destination in ihrer ganzen Vielfalt und Attraktivität zu präsentieren. 

Welche Diskussion sollte beim diesjährigen Managementseminar unbedingt geführt werden? 

Das überlasse ich gerne der kompetenten Seminarleitung. Die besten Diskussionen sind ohnehin oft diejenigen, die nicht auf der Agenda stehen, sondern spontan entstehen. 

Alexandra Schmid