Rund hundert Hoteliers, Gäste und Partner haben sich in St-Luc zur Generalversammlung des Walliser Hotelier-Vereins (WHV) getroffen.
Sie bestätigte Olivier Andenmatten für weitere drei Jahre als Co-Präsidenten. Der Grächner Hotelier wurde 2023 in dieses Amt gewählt. Seine Co-Präsidentin Lara Berra war bereits 2025 für weitere drei Jahre bestätigt worden.
Nachhaltigkeit und Kooperationen
Seit 2025 begleitet der WHV Mitglieder auf dem Weg zu «Swisstainable Level II». Er übernimmt die Coachingkosten vollständig und trägt die Hälfte der Kosten für die Swisstainable‑Mitgliedschaft. Zwar haben bereits einige Betriebe vom Angebot Gebrauch gemacht, sagte Direktor Beat Eggel an der Versammlung, aber: «Das Coaching wird noch zu wenig genutzt.» Der WHV plant, das Projekt weiter auszubauen.
Der Bergsturz von Blatten vom 28. Mai 2025 hatte auch Auswirkungen auf das Innotour-Projekt «Betrieblich nachhaltige Kooperationen». Alle drei Hotels der Kooperation «Die Lötschentaler» wurden zerstört. Das Projekt wurde deshalb angepasst und bis Ende 2026 verlängert.
Gemeinsam mit Gastrovalais engagiert sich der Verband zudem für das Image der gastgewerblichen Berufe. Sechs Walliser Hoteliers und Restaurateure geben dazu in Videos und Testimonials Einblick in ihren Berufsalltag. Die Zahl der Lehrvertragsabschlüsse in den Hotelberufen stieg im vergangenen Jahr auch im Wallis. «Wir stellen fest, dass die Jungen in die Hotelberufe zurückkehren. Das zeigt, dass sich unsere Massnahmen zur Verbesserung des Images auszahlen», sagte Co-Präsident Olivier Andenmatten.
Co-Präsidentin Lara Berra zog für das Geschäftsjahr 2025 eine positive Bilanz. «Obwohl wir positive Auswirkungen unserer Arbeit verzeichnen können, dürfen wir uns nicht ausruhen», sagte sie. Herausforderungen wie der drohende Wegfall des Mehrwertsteuer-Sondersatzes erforderten ein ungebrochenes Engagement.
KI für Bewertungen, Preise und Websites
Im Anschluss an die Versammlung stellte Michael Fux, Ökonomie-Professor an der HES-SO Valais-Wallis, das Pilotprojekt «KI-Booster für die Hotellerie» vor. Unter seiner wissenschaftlichen Leitung testen 17 Walliser Hoteliers verschiedene KI-Tools im Betriebsalltag.
Erste Anwendungen beurteilt die HES-SO Valais-Wallis als vielversprechend. Dazu gehören Systeme für das Management von Gästebewertungen auf Plattformen wie Google und Booking.com sowie für die dynamische Preisgestaltung. Getestet werden auch die Personalisierung von Websites anhand erkannter Interessen und Chatbots für die eigene Website.
Die Versuche zeigen zugleich Hürden. «Insbesondere die Integration der KI-Lösungen in bestehende Systeme und Software kann aufwendig sein», sagte Fux. Informationen müssten zunächst strukturiert erfasst, aktuell gehalten und überprüft werden. Zudem müssten Prozesse definiert und der automatische Datenaustausch zwischen verschiedenen Systemen sichergestellt werden. (bb/mm)
Weitere Impressionen der Generalversammlung
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