Auch ein etabliertes Hotel oder Restaurant mit treuer Stammkundschaft bleibt nur erfolgreich, wenn es am Puls der Zeit bleibt. Was heute überzeugt, genügt morgen den gewachsenen Erwartungen womöglich nicht mehr. Doch vor allem im gestalterischen Bereich greift Veränderung um der Veränderung willen zu kurz. Entscheidend ist, dass optische Eingriffe auf der Basis eines klaren Konzepts erfolgen.

Ein durchdachtes Gestaltungskonzept macht sichtbar, wofür ein Betrieb steht, übersetzt die Haltung des Hauses in Raumqualität und schafft ein positives Gästeerlebnis. Einer der möglichen Wege heisst:«Alles neu». Doch diese Option ist nicht automatisch die bessere. Eine Teilerneuerung, oder ein sogenanntes Facelifting, mit klarer Linie entfaltet oft grössere Wirkung als ein umfassender Umbau ohne roten Faden.

Konsistente Gestaltung statt planloser Akzente
Bei Teilerneuerungen ist ein ganzheitlicher Ansatz zentral – einer, der Bestehendes respektiert, weiterentwickelt und in die Marke des Gastgebers einbettet. Das grösste Risiko eines Faceliftings ist ein uneinheitliches Gesamtbild. Einzelne Hingucker ohne gestalterisches Konzept wirken wie Fremdkörper und schwächen letztlich das Gästeerlebnis.

Eine Studie der Hochschule Luzern in Zusammenarbeit mit Design-Journey und 14 Schweizer Hotelbetrieben vom Oktober 2025 belegt die Relevanz von konsistenter Gestaltung: «Der Fokus liegt oft auf Funktion – doch wahrgenommen wird, was emotional passt und individuell berührt. Echte Kundenerlebnisse entstehen dort, wo die ‹Form› markengerecht, der ‹Fit› kundengerecht und die ‹Funktion› zweckmässig zusammenspielen. Wenn Auftritt, Angebot und Erlebnis zusammenpassen, entsteht Vertrauen und Begeisterung und steigert die Weiterempfehlungsrate. Stimmige Erlebnisse schaffen Wert.»

Bestand von Profis analysieren lassen
Wie stark punktuelle Eingriffe wirken können, zeigt eine sorgfältige Bestandesanalyse. Oft liegt im Vorhandenen viel Potenzial – vorausgesetzt, es wird richtig bewertet und gestalterisch genutzt.

Farbakzente auf bestehenden Wänden schaffen Zonen, verbinden oder trennen Räume und verleihen der Gesamtgestaltung Struktur. Trendige Textilien bieten die Möglichkeit bestehendes Liebhabermobiliar aufzufrischen und in einen neuen Kontext zu setzen. Auch Materialien wie Parkett oder Naturstein lassen sich aufarbeiten und gezielt inszenieren. Charakterstarke Elemente wie ein Tresen oder eine Wandverkleidung gewinnen durch geschickte Platzierung an Ausstrahlung.

Nachhaltigkeit als Gestaltungshaltung
Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Bestehenden ist auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit zentral. Wer Materialien, Möbel oder Bauteile erhält und weiterentwickelt, spart nicht nur Ressourcen und Kosten, sondern trifft auch eine klare gestalterische Aussage. In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit zum Qualitätskriterium wird, gewinnt dieser Ansatz zusätzlich an Bedeutung.

Darüber hinaus umfasst Nachhaltigkeit auch betriebliche Aspekte: Eine durchdachte Planung achtet auf ergonomische Abläufe, energieeffiziente Technik und langlebige Materialien. So entsteht ein Umfeld, das nicht nur ästhetisch überzeugt, sondern auch ökologisch und ökonomisch Bestand hat.

Potenziale dank generativerKI erkennen
Die Frage nach dem richtigen Mass an Veränderung lässt sich nicht immer allein mit der Vorstellungskraft beantworten. Hier leisten Visualisierungen wertvolle Unterstützung: Sie zeigen Varianten frühzeitig, vermitteln räumliche Wirkung und fördern den Dialog zwischen Eigentümerschaft, Planungsteam und operativem Management. Dank generativer Künstlicher Intelligenz werden Szenarien heute noch schneller greifbar, auch im Hinblick auf ihre Investitionswirkung. Das schafft Planungssicherheit und hilft, Mittel dort einzusetzen, wo sie gestalterisch, funktional und wirtschaftlich die grösste Wirkung entfalten.

Gleichzeitig ermöglichen digitale Planungsinstrumente heute eine deutlich höhere Präzision. Virtuelle Rundgänge oder Materialmuster in Echtzeit erleichtern Entscheidungen und stärken das Vertrauen in den Prozess – noch bevor der erste Handgriff erfolgt.

Fazit: Erneuern mit Respekt und Weitblick
Ein gelungener Erneuerungsprozess im Bestand ist mehr als ein gestalterischer Akt. Er ist Ausdruck einer Haltung. Wer mit klarem Konzept, Präzision und Respekt vor dem Vorhandenen arbeitet, schafft Räume, die nicht nur modern wirken, sondern auch glaubwürdig bleiben und das Gästeerlebnis nachhaltig prägen.

Dieser Fachartikel ist in Zusammenarbeit mit Dobas entstanden.

Von der Idee bis zur Umsetzung
Dobas AG mit Sitz in Luzern beschäftigt vierzig Mitarbeitende die von der Konzeption bis zur Ausführung alle Leistungen abdecken. Die Designabteilung mit erfahrenen Innenarchitekten, Szenografen und Produktdesignern ist auf die Bereiche Hospitality, Mixed-Use und Retail spezialisiert. Dobas AG ist weltweit bekannt für die Gestaltung und Ausführung von nationalen und internationalen Retailstores.

Isabelle D’Angelo ist dipl. Innenarchitektin HF und Expertin für Farbdesign bei der Dobas AG

Isabelle D’Angelo