Bastian Baker, Sie moderieren gemeinsam mit Jennifer Bosshard den ersten Swiss Hospitality Award am 3. Juni in Bern. Wie stehen Sie eigentlich zu Preisen und Preisverleihungen?
Ich finde, dass Awards für Menschen, die etwas erreichen wollen, besonders motivierend sein können. Wenn man etwas Schönes oder Aussergewöhnliches kreiert hat, tut eine solche Anerkennung gut. Generell kommt man auf Award-Shows mit den Menschen in seiner Branche zusammen. Es wird immer viel diskutiert, neue Ideen entstehen, es gibt viele kreative Momente. Das finde ich besonders wichtig.
Die Jury kürt echte Exzellenz in der Hospitality: Welche besonderen Details machen für Sie in einem Hotel den Unterschied?
Ich verbringe fast jeden Tag meines Lebens im Hotel, deswegen gibt es schon viele Dinge, auf die ich achte. Der erste Eindruck macht viel aus. Wenn ich in einem schlechten Hotel freundlich empfangen werde, fühle ich mich trotzdem gut. Komme ich in ein Top-Hotel und werde schlecht behandelt, habe ich schon Lust, zu kritisieren. Ausserdem sind mir ein effizienter Check-in sowie saubere Zimmer wichtig und ein kleiner Welcome-Drink ist immer ein Plus (lacht).
Sind Sie eher der unkomplizierte Gast oder achten Sie auf jedes Detail?
Ich bin ein sehr unkomplizierter Gast. Aber ein paar Dinge müssen stimmen, etwa ein gutes Bett mit mehreren Kissen, und dass man das Fenster öffnen kann. Aber ich habe schon alles erlebt: dass das Zimmer nicht gereinigt oder der vorherige Gast noch anwesend war. Generell bin ich aber nicht viel auf dem Zimmer, sondern immer unterwegs.
Wo sehen Sie Parallelen zwischen Ihrem Beruf als Künstler und der Hotellerie?
Die Menschen in der Hotellerie und Musikschaffende sind beide ziemliche Rock'n'Roll-Arbeiter: Durch meinen Beruf habe ich viele Kollegen, die Hoteliers sind, und wir verstehen uns, weil wir ähnliche Arbeitszeiten haben und viele Stunden in unsere Leidenschaft investieren. In beiden Berufen arbeitet man auch mal bis tief in die Nacht. In der Hotellerie will man für seine Gäste einzigartige Erlebnisse kreieren, das ist genau das, was ich auf der Bühne auch versuche.
Eignen sich Hotelzimmer, um neue Songs zu schreiben?
Ich habe schon öfter Songs in Hotelzimmern geschrieben. Es ist mir darum wichtig, dass es immer Papier und einen Stift gibt. Wenn ich allerdings in ein Zimmer laufe, das keinen Charme und nichts Einzigartiges hat, fühle ich mich schon deprimiert. Komme ich aber in einen coolen Raum, der schön dekoriert ist, und vielleicht Blumen oder Pflanzen hat, hilft das beim kreativen Schaffen. Ich habe sechs Jahre im Royal Savoy in Lausanne gewohnt. Das war mein Zuhause, wenn ich in der Schweiz war. Dort war ich sehr inspiriert. Ich erinnere mich an meine erste Nacht dort – ich fühlte mich wie ein Poet des 17. Jahrhunderts. Das ist auch in der Geschichte des Rock'n'Roll oft zu finden: Viele Musikerinnen und Musiker hatten keinen Bock auf eine eigene Wohnung und blieben lange in einem Hotel – wegen des Services, der Stimmung und weil man einfach nicht allein ist.
Ich mag Birnensaft und manchmal finde ich den tatsächlich auf meinem Zimmer vor. Diese Extravorbereitung schätze ich sehr.
Die Gästebedürfnisse sind dank neuer Technologien im Wandel: Viele Schritte von der Buchung bis zum Check-out sind digitalisiert. Was schätzen Sie an diesen Entwicklungen, wo gehen sie zu weit?
Wenn digitale Funktionen eine Option sind, finde ich das gut. Sind sie der einzige Weg, ist das gar nicht okay. Natürlich sorgen digitale Check-ins und KI dafür, dass alles effizienter gehen kann. Es gibt vielleicht auch ein Gefühl von mehr Kontrolle. Aber für unkonventionelle Fragen, Empfehlungen und ein schönes Ankommen sind mir Menschen wichtig.
Hand aufs Herz: Wie steht es um die Schweizer Gastfreundschaft im internationalen Vergleich?
Ich habe überall gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Der grösste Unterschied zwischen der Schweiz und Deutschland ist wahrscheinlich die Pünktlichkeit, zum Beispiel beim Frühstück. Wenn es das bis um 10 Uhr gibt, bin ich einer der Mühsamen, die um 9:58 Uhr vor der Tür stehen. Ich bin auf Tour, brauche jede Sekunde Schlaf, möchte aber trotzdem frühstücken. International hatte ich da nie schlechte Erfahrungen. Es gab noch immer etwas vom Buffet, oder mir wurde ein Teller parat gemacht. In der Schweiz kann es schon passieren, dass man nichts mehr bekommt, und das ist stressig für mich.
Von welchem Hotelerlebnis erzählen Sie heute noch?
In der Schweiz waren das immer die Aufenthalte auf dem Bürgenstock. International bekam ich im Hyatt Singapur mal die Präsidentensuite. So etwas habe ich noch nie erlebt! Wenn ich etwas im Bad vergessen hatte, musste ich dreissig Minuten laufen. Für die Bedienung der Dusche brauchte man einen Universitätsabschluss, so viele Knöpfe und Optionen gab es da. Ich mag es auch sehr, wenn sich das Hotel vorher über den Gast informiert. Ich mag Birnensaft und manchmal finde ich den tatsächlich auf meinem Zimmer vor. Diese Extravorbereitung schätze ich sehr.
Swiss Hospitality Awards 2026
Seien Sie dabei, wenn am 3. Juni 2026 in Bern die Swiss Hospitality Awards erstmals verliehen werden. Auf dem Höhepunkt des Hospitality Summit erleben Sie Anerkennung für Exzellenz und grosse Leistungen. Freuen Sie sich auf einen festlich-stilvollen Abend voller Inspiration und Emotionen. Durch die Award Night führen Jennifer Bosshard und Bastian Baker. Damit sind beste Unterhaltung und Glamour garantiert.
Programm Hospitality Summit 2026
[RELATED]
