Rund 150 Gäste, darunter Tessiner National- und Ständeräte sowie die alt Bundesräte Moritz Leuenberger (SP) und Flavio Cotti (CVP) waren am Montag die Stufen zum «Castelgrande» emporgestiegen, um Marco Solari zu verabschieden.
Er leitete zum letzten Mal die Generalversammlung des Tessiner Verkehrsvereins, der aufgrund einer Gesetzesänderung reformiert und in eine Aktiengesellschaft überführt wird.
Nachfolger von Solari in der neu gegründeten Tourismusorganisation ATT wird Aldo Rampazzi. Er war von 1996 bis 2012 Gemeindepräsident von Ascona.
Alt Bundesrat Moritz Leuenberger bezeichnete Solari als «echten Citoyen», der seine Fähigkeiten und sein Beziehungsnetz zum Wohle seiner Mitbürger eingesetzt habe. Der Präsident des Filmfestivals Locarno habe als Mittler zwischen den Sprachregionen eine bedeutende Rolle in der Schweiz.
«Milestone» für besondere Verdienste für den Schweizer Tourismus
Der letzte Tessiner Bundesrat Flavio Cotti (CVP) nutzte seine Dankesrede dazu, um einen Bundesratssitz für die italienische Schweiz zu fordern. Dieser sei unabdingbar, um die Schweizer Vielsprachigkeit auch in Zukunft aufrecht zu erhalten, sagte der 75-Jährige.
Laut Jean-François Roth, Präsident von Schweiz Tourismus, hat Solari die Aussenwirkung des Tessins nachhaltig verändert: Es sei gelungen, sich vom Klischee behafteten Bild der Grotti und Rustici zu befreien und das Tessin als «terra d'artisti», als Heimat der Künstler, zu etablieren.
Solari ist seit dem Jahr 2000 Präsident des Filmfestivals Locarno. Die Schweizer Tourismusbranche zeichnete ihn im November dieses Jahres für sein unermüdliches Engagement für den Schweizer Tourismus aus. An der der Verleihung des renommierten «Milestone. Tourismuspreis Schweiz» wurde er für sein für sein Lebenswerk geehrt.
Seine Laufbahn in der Tourismusbranche begann Solari in den siebziger Jahren als Tourismus-Direktor des Tessins. Ausserdem war er Delegierter des Bundesrates für die 700-Jahr-Feier im Jahr 1991 – aus diesem Anlass entwarf der Tessiner Architekt Mario Botta ein Festzelt, das auf der Burg in Bellinzona aufgestellt wurde.
Gegenüber der Tessiner Zeitung sagte Solari in einem Interview, sich künftig nicht mehr in der Öffentlichkeit zu touristischen Themen äussern zu wollen – aus Gründen des Respekts vor der Arbeit seines Nachfolgers Aldo Rampazzi.