In vielen Stadthotels gehört Fläche zu den knappsten Ressourcen. Jeder Quadratmeter muss wirtschaftlich genutzt werden und steht häufig in Konkurrenz zu zusätzlichen Zimmern, Aufenthaltsbereichen oder gastronomischen Angeboten. Gleichzeitig erwarten Gäste heute selbst bei kurzen Aufenthalten die Möglichkeit, ihre Trainingsroutine fortzuführen. Für Hoteliers stellt sich deshalb die Frage: Wie lässt sich auf begrenztem Raum ein attraktiver Fitnessbereich realisieren?

Planung beginnt bei den Gästebedürfnissen

Die Erfahrung zeigt, dass ein funktionales Hotelgym nicht zwingend grosse Flächen benötigt. Bereits auf 25 bis 35 Quadratmetern lässt sich ein hochwertiges Grundangebot schaffen, sofern die Planung konsequent auf die Bedürfnisse der Gäste ausgerichtet wird. Entscheidend ist dabei weniger die Anzahl der Geräte als deren Funktionalität und die Qualität des Nutzererlebnisses.

Am Anfang jeder Planung steht die Analyse der Zielgruppe. In Businesshotels dominieren häufig Geschäftsreisende, die kurze und effiziente Trainingseinheiten absolvieren möchten. Für diese Zielgruppe genügen oft zwei bis drei hochwertige Cardiogeräte sowie eine multifunktionale Kraftstation. Ergänzt durch einen Bereich für funktionelles Training mit Kurzhanteln, Trainingsmatten und Widerstandsbändern entsteht auch auf vergleichsweise kleiner Fläche ein vielseitiges Angebot.

Ein typisches Beispiel ist ein Businesshotel mit einer Fitnessfläche von rund 35 Quadratmetern. Anstelle von sechs Einzelgeräten wurden zwei multifunktionale Trainingsstationen, ein Laufband und ein Ergometer installiert. Dadurch entstand zusätzliche Bewegungsfläche, die für funktionelles Training genutzt werden konnte. Gleichzeitig verbesserte sich die Aufenthaltsqualität, da der Raum offener und weniger überladen wirkte.

Raum optimal nutzen

Für die Flächenplanung gelten einige grundlegende Richtwerte. Zwischen den Geräten sollten Sicherheitsabstände von mindestens 60 bis 100 Zentimetern eingehalten werden. Vor Laufbändern empfiehlt sich zusätzlicher Freiraum. Ferner sollte genügend Platz für freie Bewegungen vorhanden sein, da moderne Trainingsformen zunehmend auf funktionelle Übungen setzen.

Neben der Raumgrösse spielen technische Faktoren eine wichtige Rolle. Eine ausreichende Belüftung sorgt für angenehme Trainingsbedingungen und reduziert Geruchsbildung. Schalldämmende Bodenbeläge minimieren die Lärmbelastung für angrenzende Zimmer. Besonders in Stadthotels mit begrenzten Flächenreserven lohnt es sich, diese Aspekte bereits in der frühen Planungsphase gemeinsam mit Technik, Architektur und Betrieb zu berücksichtigen.

Qualität vor Quantität

Auch bei der Geräteauswahl zahlt sich Qualität langfristig aus. Hochwertige Fitnessgeräte verursachen in der Regel geringere Ausfallzeiten, benötigen weniger Wartung und bieten eine bessere Nutzererfahrung. Moderne Cardiogeräte verfügen zudem über digitale Trainingsprogramme, Streaming-Angebote oder Smartphone-Anbindungen, die insbesondere von jüngeren Gästen geschätzt werden.

Der Planungsprozess sollte daher interdisziplinär erfolgen. Neben der Hotelleitung sollten Facility-Management, Technikverantwortliche, Architekten und gegebenenfalls externe Fitnessspezialisten einbezogen werden. Gemeinsam lassen sich Fragen zur Flächennutzung, Stromversorgung, Belüftung, Akustik und zur zukünftigen Erweiterbarkeit frühzeitig klären.

Für Gäste steht letztlich nicht die Grösse eines Fitnessraums im Vordergrund. Entscheidend sind Funktionalität, Sauberkeit, moderne Ausstattung und eine angenehme Atmosphäre. Ein kompakter, intelligent geplanter Trainingsbereich wird daher häufig positiver bewertet als ein grösserer Raum mit unübersichtlicher Geräteanordnung.

Kleine Flächen, grosser Nutzen

Für Stadthotels eröffnet dies attraktive Möglichkeiten. Während die verfügbare Fläche zunehmend zur knappen Ressource wird, steigen gleichzeitig die Erwartungen der Gäste. Umso wichtiger wird eine Planung, die vorhandenen Raum effizient nutzt und Funktionalität mit Wirtschaftlichkeit verbindet. So lassen sich selbst auf 25 bis 35 Quadratmetern Fitnessbereiche realisieren, die heutigen Ansprüchen gerecht werden.

Planung und Ausstattung von Fitnessbereichen für Hotels

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Dieser Fachbeitrag ist in Zusammenarbeit mit Matrix Fitness entstanden.

Oliver Müller, Managing Director Matrix Fitness Team Schweiz