Im Sommer 2021 war der Schweizer Tourismus im Ausnahmezustand: Zwar reisten wieder mehr Menschen innerhalb der Schweiz, doch von einer Erholung nach den Einschränkungen der Coronapandemie konnte kaum die Rede sein. Die Branche bewegte sich weiterhin deutlich unter dem Niveau des Rekordjahres 2019. Besonders fehlten internationale Gäste aus Übersee und Asien, die für viele Destinationen wirtschaftlich zentral waren.[RELATED]
Regen verstärkt die Unsicherheit
Zur Pandemie kam ein ungewöhnlich nasser Sommer. Viele Betriebe meldeten kurzfristige Stornierungen, weil Wanderferien, Ausflüge und Bergreisen buchstäblich ins Wasser fielen. Gerade Regionen mit starkem Ausflugstourismus litten unter der Wetterlage. Die Unsicherheit wurde damit nicht nur von politischen Massnahmen, sondern auch vom Klima geprägt.
Gleichzeitig zeigte sich eine Entwicklung, die den Inlandtourismus nachhaltig beeinflusste. Schweizer Gäste entdeckten Ferien im eigenen Land neu. Viele gaben mehr Geld aus als klassische Gruppenreisende aus dem Ausland. Hotels, Bergbahnen und Ausflugsziele reagierten mit stärker auf den Heimmarkt zugeschnittenen Angeboten.
Sommerserie
Die Serie «Heute vor fünf Jahren» blickt auf Meldungen zurück, die den Tourismussektor und die Hotel- sowie Gastrobranche 2021 geprägt haben.
Hoffnung auf den Herbst
Die Branche blickte damals vorsichtig auf die kommenden Monate. Erwartungen richteten sich vor allem auf Seminare, Bankette und Geschäftsreisen, die langsam zurückkehren sollten. Rückblickend markiert der Sommer 2021 eine Übergangsphase zwischen Krisenmodus und Neustart. Die Pandemie veränderte Reiseverhalten, Buchungsfristen und Gästestrukturen langfristig. Zugleich zeigte sich, wie verletzlich der Tourismus gegenüber Wetterextremen und globalen Entwicklungen bleibt.(redaktion/bb)