Der Interlaken Guide soll Gäste informieren, Orientierung bieten und gleichzeitig helfen, Besucherströme besser zu verteilen. Ein halbes Jahr nach der Einführung hat die htr hotelrevue bei Interlaken Tourismus nachgefragt, welche Erfahrungen zum digitalen Instrument bisher vorliegen. Die Bilanz fällt positiv aus. Bei der eigentlichen Lenkungswirkung bleibt Direktor Daniel Sulzer jedoch bewusst zurückhaltend.
Entscheidend ist, welche Inhalte die Gäste aufrufen.
Daniel Sulzer, Direktor Interlaken Tourismus
Chatbot läuft gut
Rund 20'000 verschiedene Nutzerinnen und Nutzer haben den Guide in den vergangenen sechs Monaten verwendet. Für Sulzer ist diese Zahl allerdings nur bedingt entscheidend. «Entscheidend ist, welche Inhalte die Gäste aufrufen.» Besonders gefragt seien der digitale Ortsplan, alternative Routen sowie Informationen zu Respektzonen und Verhaltensempfehlungen. Auch der Chatbot, der Fragen in 25 Sprachen beantwortet, werde rege genutzt.
Wirkung noch nicht messbar
Ob der Guide Besucherströme bereits verändert, könne Interlaken Tourismus derzeit nicht belegen. Der digitale Begleiter befinde sich erst in seiner ersten Sommersaison. «Belastbare Aussagen zur Wirkung auf die Besucherlenkung werden wir nach der Sommersaison machen können», sagt Sulzer.
Als grösstes Entwicklungspotenzial bezeichnet er die stärkere Einbindung entlang der gesamten Guest Journey. Hotels sollen den Guide möglichst früh zusammen mit dem digitalen Interlaken Pass an ihre Gäste weitergeben. «Je konsequenter Beherbergungsbetriebe den Guide bereits vor der Anreise einbinden, desto grösser sind Nutzen und Sensibilisierungseffekt.» Parallel dazu baut Interlaken Tourismus das öffentliche WLAN-Netz weiter aus.
Mit Partnern aufgebaut
Der Guide wurde gemeinsam mit Partnern und mit Unterstützung der Neuen Regionalpolitik (NRP) des Kantons Bern entwickelt. Dank seines modularen Aufbaus und offener Schnittstellen kann er laufend um neue Funktionen und weitere Partner erweitert werden.
Auf Interesse stösst das Projekt bereits über Interlaken hinaus. Schweiz Tourismus hatte Interlaken eingeladen, den Guide am Connect 2026 in Zermatt vorzustellen. Auch andere Destinationen im Berner Oberland und in weiteren Regionen der Schweiz haben sich laut Sulzer nach den bisherigen Erfahrungen erkundigt.
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